Dispokredit in der Kritik der Verbraucherschützer

Den Dispokredit kann man sehr effektiv nutzen, wenn man nur wenige Tage sein Girokonto überziehen muss. Dann wirken sich die vergleichsweise hohen Zinssätze nicht weiter dramatisch aus. Nun hat aber eine Untersuchung der Verbraucherzentralen ergeben, dass viele Kreditinstitute dazu neigen, manche Verbraucher in einer Art „Dispo-Falle“ zu halten. Gleichzeitig zeigt die Zeitschrift Finanztest auf, dass die Kreditinstitute vergleichsweise gute Geschäfte mit dem Dispokredit machen, denn der Zinssatz ist trotz sonst niedrigen Zinsniveaus im Euroraum ziemlich hoch.

Die Kunden der Kreditinstitute wissen oft nicht, wie viel sie für eine Überziehung des Girokontos zu zahlen haben, hat die Untersuchung von Finanztest ergeben. Befragt und recherchiert wurde bei fast 1000 Kreditinstituten in Deutschland. Dabei ergaben sich sehr oft Zinssätze, die deutlich über zehn Prozent liegen. Dieses Zinsniveau sei sehr hoch, denn die Kreditinstitute könnten sich gegenwärtig zu einem vergleichsweise niedrigen Zinssatz refinanzieren.

Dass durchaus bessere Konditionen möglich sind, kann man schnell feststellen, wenn man sich die Übersicht über alle Dispokredit-Daten ansieht, die auf der Website von test.de interaktiv genutzt werden kann.  Klickt man auf die Spaltenüberschrift „Zinssatz Dispositionskredit“, dann findet man sehr schnell Anbieter, die deutlich unter zehn Prozent für die Überziehung des Girokontos nehmen.

Kunden von Kreditinstituten, die in einer schwierigen finanziellen Situation stecken, haben besonders mit diesen hohen Dispokredit-Kosten zu kämpfen. Denn diese Kundschaft hätte nach einer Expertenbefragung der Verbraucherzentralen kaum eine Chance, vom teuren Dispokredit zu einem preisgünstigeren Ratenkredit zu wechseln. Schon früher hatten wir hier darauf verwiesen, dass es gute Alternativen zum Dispokredit gibt.

Wechselwünsche zu dem besser beherrschbaren Ratenkredit würden in etwa 70 Prozent der Fälle nicht beantwortet oder abgelehnt. Die Verbraucherzentralen fordern daher, dass man eine gesetzliche Verpflichtung für Kreditinstitute umsetzt, damit diese die Wünsche ihrer Kunden nach einem günstigen Ratenkredit umsetzen.

Ob solche gravierenden Eingriffe in Deutschland möglich sind, bleibt abzuwarten. Verbraucher, die noch nicht in der Dispo-Falle stecken, sind jedenfalls gut beraten, wenn sie bei der Wahl ihres Kreditinstitutes auf niedrige Zinskonditionen auch beim Dispokredit achten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.