Freiwillige Arbeitslosenversicherung in der Diskussion

Kaum bekannt und bisher wenig genutzt ist die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbständige. Dass es überhaupt eine freiwillige Arbeitslosenversicherung gibt, verdankt sich dem Umstand, dass man seit einigen Jahren gezielt die Existenzgründung fördert. Hier sollte eine freiwillige Arbeitslosenversicherung eine zusätzliche Motivation schaffen, denn wenn man auch als Selbstständiger gegen Arbeitslosigkeit versichert ist, dann kann man das Risiko eines möglichen Scheiterns besser bewältigen. Relevant ist die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit. Die Regelung ergibt sich nach § 28a (Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag) des dritten Sozialgesetzbuches.

Möglicherweise ist die freiwillige Arbeitslosenversicherung auch deshalb so unbekannt, weil dieser Paragraph recht umständlich formuliert wurde. Der springende Punkt ist: Man muss innerhalb von einem Monat nach Beginn der selbständigen Tätigkeit den Antrag auf freiwillige Arbeitslosenversicherung bei der Bundesagentur für Arbeit einreichen und hat gute Aussichten auf Aufnahme in die freiwillige Arbeitslosenversicherung, wenn man innerhalb der letzten 24 Monate vor Aufnahme der selbständigen Tätigkeit mindestens zwölf Monate in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat bzw. von dieser Entgeltersatzleistungen (=Arbeitslosengeld I) bezogen hat. Deshalb ist die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige besonders relevant für Existenzgründer, die mit Existenzgründungszuschuss des Arbeitsamtes (der heutigen Bundesagentur für Arbeit) ihre Selbständigkeit beginnen. In Seminaren für Existenzgründer wird auf diese Möglichkeit hingewiesen, weshalb zu erwarten ist, dass besonders viele dieser Seminarteilnehmer auch eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abgeschlossen haben.

Kaum beachtet ist aber, dass am Ende von § 28a eine Frist genannt ist. Am 31.12.2010 könnte die Möglichkeit für eine freiwillige Arbeitslosenversicherung auslaufen. Deshalb diskutieren Bundesregierung und Bundestag über eine Verlängerung, Veränderung oder Verteuerung der freiwilligen Arbeitslosenversicherung. Grüne und Linke fordern als Oppositionsparteien eine Ausweitung der Möglichkeiten der freiwilligen Arbeitslosenversicherung.  Dass die Regierung die freiwillige Arbeitslosenversicherung zwar weiterführen, aber erheblich an der Kostenschraube drehen will, wird gelegentlich vermutet.

Ob es so teuer wird, Mitglied der freiwilligen Arbeitslosenversicherung zu werden oder zu bleiben, bleibt abzuwarten. Beiträge von 100 Euro würden sicherlich einen Abschreckungseffekt haben und die gute Idee der freiwilligen Arbeitslosenversicherung zum Scheitern verurteilen. Solange gegenwärtig die Eintrittsbedingungen in die freiwillige Arbeitslosenversicherung günstig sind, sollte man diese Chance nutzen, um deutlich zu machen, dass man auch als Selbständiger ein hohes Interesse an sozialer Absicherung hat.

Finanzen

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