Führt die Griechenland-Krise über kurz oder lang zur Wiedereinführung der DM?

Nachdem die Bankenkrise 2008 durch viel Kredit-Geld einigermaßen in den Griff bekommen war, kündigte sich bereits kurze Zeit später eine Währungskrise in der Euro-Zone an. Die Gründe für die Bankenkrise sind ähnlich wie bei der Währungskrise. Einmal ist der Schuldner eine Bank, bei dem man das Vertrauen verloren hat, dass er noch seine Verpflichtungen leisten kann, ein anderes Mal ist es ein Land, bei dem Zweifel an der Zahlungsfähigkeit gegenüber den Gläubigern laut werden. Interessanterweise dauert es aber immer recht lang, bis das Phänomen abnehmender Glaubwürdigkeit auf die Kurse der Anleihen durchschlägt. Entscheiden sich aber die international tätigen Rating-Agenturen für eine Absenkung der Bewertung, dann ist oft kein Halten mehr und die Kurse der entsprechenden Anleihen gehen rasant in den Keller.

Nun haben die noch solventen Euro-Länder sich entschlossen, der sehr kleinen griechischen Volkswirtschaft mit Euro-Krediten über die Runden zu helfen. Dafür müssen die Griechen im Gegenzug erhebliche Sanierungsmaßnahmen treffen. Viele konservative Kritiker lehnen diese Hilfe auf Euro-Basis aber ab, denn die Stabilität des Euro gerate dadurch in Gefahr. Stattdessen sollten die Griechen wieder die Drachme einführen und sich aus dem Euro-Verbund verabschieden. Dieser Vorschlag wird aber so nicht umsetzbar sein, denn wie beispielsweise von vielen Seiten  erläutert wurde, würde die Ankündigung eines Umtausches von Euro in Drachme dazu führen, dass alle griechischen Geldanleger ihre Euro-Bestände in Bargeld umwandeln und/oder ins Ausland verschieben. Ein Ausschluss eines Mitglieds aus dem Euro ist nicht nur nicht vorgesehen, sondern aus praktischen Gründen auch nicht umsetzbar.

Allerdings ist Griechenland nicht das einzige Euroland, bei dem die langfristige Zahlungsfähigkeit bezweifelt wird: Oft genannt werden in letzter Zeit Spanien, Portugal und sogar Italien. Zwei dieser Länder sind eindeutig bedeutsamer einzuschätzen. Wenn sich für andere Euro-Länder eine entsprechende Griechenland-Krise hier noch mehrfach wiederholt, dann wird die Frage des Euro-Bestandes immer mal wieder neu aufgeworfen. Da ein Ausschluss aus dem Euro nicht möglich ist, werden hierzulande immer mehr Leute die Wiedereinführung der DM fordern. Vorstellbar ist auch, dass in Ländern wie Frankreich, wo man bisher sehr eurofreundlich ausgerichtet ist, Forderungen zur Rückkehr einer eigenständigen Währung auftreten können.

Diese Entwicklungen sind sorgfältig zu beobachten. Für Panik ist gegenwärtig kein Grund gegeben und das Horten von alten DM-Beständen macht auch keinen Sinn. Wer aber das Privileg hat, größere Anlagebeträge zu verwalten, der kann über deren Diversifizierung nachdenken. Man muss seine Geldanlagen weder in einem Land noch in einer Währung konzentrieren.

Finanzen

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2 Kommentare zu “Führt die Griechenland-Krise über kurz oder lang zur Wiedereinführung der DM?”

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