Inflationsindexierte Bundesanleihen

Nachdem die Preise erkennbar im Aufwind sind und auch die Zinsen diesem Trend folgen werden, kommt wieder die Angst vor Inflation auf. Geldanleger machten sich dann besonders Sorgen, wenn sie sehr langfristig mit einem festen Zinssatz gebunden sind. Dann führt die steigende Inflation dazu, dass die effektive (inflationsbereinigte) Rendite gegen 0 geht oder gar negativ wird. Kaum bekannt ist, dass die Bundesrepublik Deutschland als Kreditnehmer mit inflationsindexierten Bundesanleihen eine Absicherungsalternative anbietet. Bei den inflationsindexierten Bundesanleihen sichert man sich einen zusätzlichen Inflationsausgleich bei der Geldanlage.

Allerdings sollte man inflationsindexierte Bundesanleihen nicht blind kaufen, weil man Angst vor der Inflation hat. Diese Angst vor Inflation ist gegenwärtig in Deutschland wieder sehr stark, wie kürzlich mittelstandcafe.de berichtete. Deshalb könnten inflationsindexierte Geldanlagen bald für viele Anleger interessant werden.

Die Zeitschrift Finanztest hat diesen Monat inflationsindexierte Bundesanleihen mit normalen Bundesanleihen verglichen und aus diesem Vergleich ist deutlich geworden, dass inflationsindexierten Bundesanleihen nur unter bestimmten Rahmenbedingungen die besseren Renditen erbringen.

Zum einen muss man bei inflationsindexierten Bundesanleihen von vornherein mit einer geringeren Basisrendite rechnen. Dies bedeutet, dass der auf jeden Fall wirksame Zinssatz geringer ausfällt, als bei einer vergleichbar gleich lang laufenden Bundesanleihe ohne Inflationsschutz. Kommt es nicht zu einer deutlichen Steigerung der Inflationsrate (gegenwärtig etwa 2 Prozent), dann liegt man bei langfristigen Geldanlagen ohne Inflationsausgleich besser in der Rendite als bei inflationsindexierten Bundesanleihen. Oder um es zugespitzt zu sagen: Je stärker die Inflation steigt, desto mehr profitiert man von inflationsindexierten Bundesanleihen.

Zum anderen ist zu beachten, dass man beim Kauf in eine laufende inflationsindexierte Bundesanleihe über die Börse, die schon aufgelaufenen Inflationsausgleichbeträge in den Kurs einbeziehen muss. Generell ist es so wie bei jeder anderen Geldanlage in langlaufende festverzinsliche Papiere, dass der Verkauf vor Ablaufdatum mit einem Kursrisiko verbunden ist. Der Kurs von inflationsindexierten Bundesanleihen wird aber zusätzlich durch die Preisentwicklung beeinflusst.

Die Zeitschrift Finanztest hat unterschiedliche Szenarios gegenübergestellt, um den Effekt von inflationsindexierten Bundesanleihen zu bestimmen. Dabei wurde die inflationsindexierte Bundesanleihe mit Ablauf 2020 mit einer entsprechen Bundesanleihe verglichen, die ohne Inflationsausgleich ist. Bei etwa 2,1 Prozent Inflation sei die Rendite für die inflationsindexierte Bundesanleihe und die normale Bundesanleihe gleich. Das ist wohl kein Zufall, denn 2 Prozent Inflation ist in etwa das Inflationsziel von Politik und Zentralbanken im Euroraum. Wird sich bis 2020 die Inflation niedriger entwickeln, dann war es jetzt ein Fehler, die inflationsindexierte Bundesanleihe zu kaufen. Liegt die Inflation höher, dann wäre der Kauf eine kluge Entscheidung.

Für Anleger, die sich ergänzend zur sonstigen Anlage mit einer inflationsindexierten Bundesanleihe zusätzliche Sicherheit schaffen wollen, ist dies also ein interessantes Angebot. Aber die überwiegende Geldanlage auf inflationsindexierte Papiere auszurichten, wäre weniger sinnvoll.

Finanzen

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