Kreditkarten-Umtausch: Muss man sich als Kreditkarten-Inhaber Sorgen machen?

Seit einigen Tagen beunruhigt eine großangelegte Rückrufaktion von Kreditkarten die Kunden von Banken und Kreditkartenunternehmen. Zwei bekannte Anbieter der Branche sehen sich gezwungen, rein vorsorglich bestimmte Kreditkarten ihrer Kunden auszuwechseln. Es betreffe vor allem Kunden, die innerhalb einer gewissen Frist eine Transaktion in einen bestimmten Teilgebiets Spaniens vorgenommen haben. Dort seien bereits einige betrügerische Verwendungsarten von Kreditkarten beobachtet worden. Die Kreditkartenaussteller befürchten, dass hier auch mit weiteren Kreditkarten-Daten noch Manipulationen vorgenommen werden könnten und wollen deshalb sicherhalber potentiell relevante Kreditkarten aus dem Verkehr ziehen.

Beunruhigt sind aber nicht nur die angeschriebenen Kunden. Auch die anderen Kreditkarten-Inhaber fragen sich, was sie denn genau tun können, um den Missbrauch ihrer Kreditkarten-Daten zu verhindern.

Als Kreditkarten-Inhaber sollte man die regelmäßigen Abrechnungen seiner Kreditkarte sehr genau prüfen. Nicht nur wenn man in Spanien seine Kreditkarte verwendet hat. Viele Kunden nehmen es leider nicht so genau mit der Prüfung und schauen nur kurz auf die Abrechnung, ob denn nicht etwa besonders auffällig hohe Beträge vorhanden sind. Aber auch ein relativ kleiner Betrag kann auf einen Missbrauch hinweisen. Denkbar ist auch, dass durch eine fehlerhafte Transaktion im Internet ein dauerhaftes Klein-Abonnement an regelmäßigen Abbuchungen entstanden ist, dass Monat für Monat wirksam wird. Wer Übersicht über seine Zahlungen wahren will, der sollte auch darauf verzichten, allzu viele Mini-Buchungen über sein Kreditkarten-Konto laufen zu lassen.

Wie bei der Girokarte sollte man natürlich nirgendwo seine Geheimnummer notieren. Beliebt sind Eintragungen in ein Telefonregister, wo aber Diebe die Geheimnummer relativ leicht enttarnen können. Beim Eintippen der Geheimnummer in einen Terminal sollte man die Dateneingabe abdecken, denn es kommt gelegentlich vor, dass das Eintippen durch eine Minikamera gefilmt wird. Man sollte selbstverständlich auch keine Rechnungsformulare ohne Betragsangabe unterschreiben; auch das Herausgeben der Kreditkarte, damit die Abbuchungen in einen anderen Raum vorgenommen werden, ist ein Sicherheitsrisiko. Diese Vorgehensweise ist besonders in Restaurants üblich, sollte aber vermieden werden, weil es Betrüger gibt, die dann die Kartendaten auf ein Duplikat anbringen.

Kreditkarten werden auch gerne im Internet für Zahlungsvorgänge verwendet. Hier ist vor allem darauf zu achten, dass man seine Daten nur auf Webseiten eingibt, die verschlüsselten Datentransfer bietet. Dies erkennt man leicht an der Adresse der Webseite im Browser: Vorne muss https stehen. Die entsprechende Webseite sollte man auch nicht über einen Link aufgerufen haben, denn über gefälschte Links in Mail werden häufig sogenannte Phishing-Websites angesteuert. Passwörter oder Kontoinformationen sollten auch nicht auf der Festplatte des Rechners gespeichert werden, weil diese abgegriffen werden könnten. Dies machen z.B. Virenprogramme oder Trojaner, die man sich aus dem Internet eingefangen hat. Deshalb sollte das eigene Virenprüfprogramm stets auf dem neusten Stand sein und am Rechner sollte auch eine Firewall wirksam sein.

Wer diese Sicherheitshinweise genau beachtet, die Kreditkarte nur sehr gezielt und umsichtig einsetzt, der sollte vor einem Missbrauch weitgehend geschützt sein.

Finanzen, Internet

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