Krise motiviert zur Flucht in Festverzinsliche

Angesichts der gegenwärtigen Krise an den Finanzmärkten tauschen viele Anleger ihre Aktien in festverzinsliche Papiere um. Obwohl die Bonität der USA zurückgesetzt wurde, ist auffällig, dass amerikanische Staatsanleihen gefragt sind. Obwohl diese wie viele andere Festverzinsliche keine besonders hohen Zinsen zahlen können. Doch als Anleger sollte man gründliche Überlegungen vornehmen, bevor diesem Herdentrieb in Richtung Festverzinsliche folgt.

Seit Wochen ist der Aktienmarkt weltweit im Abschwung und viele befürchten weitere Kursverluste und damit um ihr Anlagevermögen. Aktien sind aber nun mal sehr schwankend in ihren Kursverläufen; deshalb neigen viele Anleger jetzt dazu, auf die vermeintlich sicheren festverzinslichen Papiere zu wechseln. Doch festverzinslich bedeutet nicht, dass die gekauften Papiere ohne Ausfall- oder Kursrisiko zu bekommen sind. Kauft man beispielsweise jetzt Pfandbriefe zu einem sehr niedrigen Zinssatz, der langfristig fest ist, dann ist davon auszugehen, dass der Kurs dieses Pfandbriefes stark zurückgeht, wenn die Geldentwertung und die Zinsen demnächst oder in den nächsten Jahren ansteigen.

Sorgen muss man sich insbesondere um den geringen Abstand zwischen Inflationsrate und durchschnittliches Zinsniveau für Festzinsanlagen machen. Nach Abzug von Steuern verliert man faktisch laufend an Wert, weil man mit dem Anlagebetrag stetig weniger an Kaufkraft gewinnen kann. Offensichtlich ist die Krisenangst so stark, dass man diese Verluste eher hinnimmt als bei Anlagen in Aktien. Denn dort gibt es neben dem Kursrisiko auch das Risiko des Ausfalls der Dividende.

Verständlich ist es schon, wenn man hohe Aktiengewinne der letzten Jahre in Sicherheit bringen will. Doch beim Umschichten des Kontos sollte man gezielt auf solche Anlagen gehen, die hohe Bonität und ein geringes Kursrisiko haben. Dies können Bundesschatzbriefe oder Tagesgeldkonten bei inländischen Geldinstituten sein. Solche Anlagen kann man sehr flexibel später wieder umschichten. Bei Tagesgeldkonten kann man auch gezielt nach Angeboten suchen, die noch etwas besser als die Inflationsrate liegen. Damit kann man zumindest vorerst einen realen Geldwertverlust vermeiden.

Finanzen

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