Mit dem Freistellungsauftrag Steuern sparen

Wer Zins- oder Kapitaleinkünfte von unter 801 Euro pro Jahr hat (bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren ist dieser Betrag zu verdoppeln), der braucht hierfür keine Einkommenssteuer zu zahlen, egal wie hoch sein sonstiges Einkommen ist. Durch einen Freistellungsauftrag sichert man sich die volle Auszahlung der Zinsen und Dividenden bis zu diesem Betrag; nun ergibt eine Untersuchung des Meinungsforschungsinstitut Forsa zum Freistellungsauftrag, dass jeder siebte „vergisst“, diese einfache Steuersparmöglichkeit schnell umzusetzen.

Denn bei fehlendem Freistellungsauftrag zieht die Bank von den Zinsen oder Dividenden Abgeltungsteuer (25 Prozent der Erträge plus Solidaritätszuschlag und evtl. Kirchensteuer) ab, quasi als Vorauszahlung auf die Einkommenssteuer oder als pauschale Einkommenssteuer auf Kapitalvermögen. Dieses Geld ist erstmal weg und kann nur zurückgeholt werden, wenn man die Zins- und Kapitaleinkünfte in der Einkommenssteuererklärung konkret deklariert, was umständlich und zeitaufwendig ist. Man kann aber jederzeit durch einfaches Ausfüllen eines Formulars „Freistellungsauftrag“ bei seiner Bank diese veranlassen, 801 Euro bzw. 1602 Euro pro Jahr von der Abgeltungssteuer frei zu stellen.

Der Freistellungsauftrag ist also einfacher umsetzbar als das nachträgliche Zurückholen der zu viel gezahlten Einkommenssteuer. Denn das Finanzamt erwartet eine Vielzahl von Detailangaben bei der Anlage KAP, die ausgefüllt werden muss, wenn man seine Zinsen und Dividenden deklarieren möchte. Dies ist seit einigen Jahren nicht mehr vorgeschrieben, doch dann sinnvoll, wenn der persönliche Einkommenssteuersatz unter den 25 Prozent pauschaler Abgeltungssteuer liegt.

Sollte man bei verschiedenen Banken oder Sparkassen Sparkonten unterhalten oder Wertpapiere verwalten lassen, dann kann man seinen Freistellungsauftrag auch splitten. Wichtig ist nur seit Neusten, wie im Betriebsrat-Blog zu Änderungen des Arbeitsrechts und zum Sozialrecht 2011, mitgeteilt wurde, dass bei neuen Freistellungsaufträgen die persönliche Steuer-Identifikationsnummer anzugeben ist.

Falls man noch keinen Freistellungsauftrag gestellt hat, dann sollte man dies also schnell nachholen, um für den Rest des Jahres einige seiner Zins- und Dividendenerträge von der Abgeltungssteuer freizustellen.

Finanzen

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