Neue Möglichkeiten für die Kapitalbeteiligung von Mitarbeitern an ihren Unternehmen?

Seit Jahrzehnten wird bemängelt, dass die Arbeitnehmer keine ausreichenden Möglichkeiten der Kapitalbeteiligung an ihren Unternehmen haben. Insbesondere bei den großen dominierenden Aktiengesellschaften befindet sich die Kapitalbeteiligung in den Händen relativ hoch vermögender Einzelpersonen oder von großen Kapitalgesellschaften. Das dies auch ein Nachteil in der Krise ist, wurde im letzten Jahr deutlich, als Opel kurz vor der Insolvenz stand. Durch Mitarbeiterbeteiligung könnte die Krise in vielen Unternehmen besser abgefedert werden. So forderte  das Mitglied des DGB-Bundesvorstandes Dietmar Hexel in einen Blogbeitrag für das Handelsblatt erneut, eine stärkere Beteiligung auch im Kapital, um die Mitbestimmung bei der Gestaltung der Firmenpolitik auf eine breitere Basis zu stellen.

Nun hat nach Meldungen in verschiedenen Medien Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble eine neue Idee in den Raum gestellt, um mittels steuerrechtlicher Förderung die Mitarbeiterbeteiligung an Kapitalgesellschaften nach vorne zu bringen. Dafür soll das bisher kaum genutzte „Gesetz zur steuerlichen Förderung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung“ erweitert werden.  Nach diesem Gesetz kann ein Unternehmen bis zu 360 Euro pro Jahr als steuerfreie Mitarbeiterbeteiligung zusätzlich zum normalen Gehalt oder Lohn verwenden. Diese zusätzliche Entlohnung kann das Unternehmen dann in Form eigener Kapitalbeteiligung an die Mitarbeiter ausgeben. Diese Möglichkeit der Kapitalbeteiligung für Mitarbeiter an ihren Unternehmen wird bisher kaum genutzt, möglicherweise weil den Unternehmen das Geld hierfür im Moment fehlt.

Diskutiert wird darüber, dass diese Möglichkeit der Kapitalbeteiligung dadurch erweitert werden könnte, dass die Mitarbeiter von ihrem Bruttolohn oder Gehalt diese 360 Euro pro Jahr abzweigen, um damit steuerfrei für sich und das Unternehmen eine kleine Kapitalbeteiligung aufzubauen. Indirekt profitieren davon der Arbeitnehmer und Arbeitgeber durch eingesparte Sozialversicherung und Steuern, die etwa 150 Euro ausmachen könnten. Faktisch braucht man dann nur etwas mehr als die Hälfte dieses Betrages, um eine langfristige Kapitalbeteiligung am eigenen Unternehmen aufzubauen.

Es bleibt abzuwarten, ob diese neue Möglichkeit die Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter am Unternehmen fördert. Denn viele Unternehmen sind nicht davon angetan, dass die Mitarbeiter zu Eigentümern werden und so auch Mitsprache bei der Firmenpolitik bekommen. Dass dies allerdings im Fall der Krise vom Nachteil ist, konnte man letztes Jahr sehen, als bei Opel und Quelle nach diesen Möglichkeiten gerufen wurde, um das Unternehmen zu retten.

Mitarbeiterbeteiligungen am Kapital ihrer Unternehmen könnten langfristig dafür sorgen, dass solche Krisensituationen besser aufgefangen werden.

Finanzen

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