Renditen von Lebensversicherungen sinken langfristig

Die kapitalbildende Lebensversicherung ist in Deutschland sehr beliebt. Rein statistisch betrachtet hat jeder Deutsche mindestens eine. Dieser Erfolg kann nicht nur mit der hohen Motivation erklärt werden, die Versicherungsmitarbeiter haben, eine kapitalbildende Lebensversicherung abzuschließen, sondern auch mit der Motivation der Kunden etwas für die Sicherheit ihrer Angehörigen zu tun. Allerdings ist die Rendite-Performance von kapitalbildenden Lebensversicherungen alles andere als überzeugend.

Heute meldet der Spiegel (S. 62):

Zudem will die Bundesregierung ab Juli für Neuverträge den garantierten Mindestzins von 2,25 auf 1,75 Prozent reduzieren. Er soll auch in turbulenten Zeiten unter allen Umständen bezahlt werden. (Zitatende).

Dabei muss man wissen, dass der Garantie-Mindestzins der kapitalbildenden Lebensversicherung, derjenige Zinssatz ist, den die Versicherungen auf jeden Fall dem Kunden gewähren müssen. Das er vergleichsweise niedrig ist, hängt damit zusammen, dass die allgemeine Zinsentwicklung gegenwärtig im Keller und auch langfristig keine Besserung erkennbar ist.

Faktisch gewähren kapitalbildende Lebensversicherungen einen höheren Zinssatz, garantieren diesen aber nicht, weil langfristig die Marktentwicklung für Wertpapiere nicht abschätzbar ist. Denn das meiste Geld der Kunden wird in Wertpapiere gesteckt, die aus Sicherheitsgründen mit relativ geringen Renditeerwartungen verbunden sind. Dieser erwartete Zinssatz für die Rendite der kapitalbildenden Lebensversicherung wird im Branchendurchschnitt gegenwärtig auf 4 % geschätzt (was auch der Spiegel meldete), wobei man allerdings wissen muss, dass dieser Zinssatz nicht auf alle Einzahlungen des Kunden gewährt werden, denn diese werden um diverse Kosten vermindert.

Die tatsächliche Rendite von kapitalbildenden Lebensversicherungen hängt davon ab, wie effektiv die Lebensversicherung ihre Verwaltung führt. Verbraucher sind also gut beraten, wenn sie hier im Vorfeld eines Vertragsabschlusses genaue Recherchen anstellen. Dies sieht man sehr kritisch bei test.de, wo auch darauf hingewiesen wird, dass bei manchen Lebensversicherungen der faktische Garantiezins auf unter 1 % sinken kann. Der historische Vergleich von Renditen für kapitalbildende Lebensversicherung  zeigt auf, dass früher deutlich bessere Renditen zu erwarten waren.

Man sollte sich es also gut überlegen, jetzt eine kapitalbildende Lebensversicherung abzuschließen. Denn diese ist immer noch mit vergleichsweise mit geringer Flexibilität ausgestattet. Bei den meisten anderen Geldanlagen kann man deutlich schneller neu verfügen bzw. die Anlage über die Börse in Geld umwandeln. Und das Todesfallrisiko für die Familie kann wesentlich kostengünstiger durch eine Risiko-Lebensversicherung abgedeckt werden.

Finanzen

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