Riester-Rente in der Kritik

Die Riester-Rente ist eine beliebte Geldanlageform der Geringverdiener. Mittels staatlicher Zuschüsse soll die knappe staatliche Rente durch Riester-Sparen deutlich verbessert werden. Doch nun gibt es, wie der Spiegel berichtete, eine neue Studie der Friedrich Ebert Stiftung und des Deutschen Instituts für Wirtschaftforschung, die aufzeigt, dass die Riester-Rente kaum eine bessere Rendite erbringt als ein herkömmliches Sparbuch.

Der Grund für die schlechte Rendite könnte in den hohen Abschluss- und Versicherungskosten liegen, die bei jeder Rentenversicherung dann zum Belastungsfaktor werden, wenn nicht besonders gute Kapitalrenditen vorliegen. Gegenwärtig ist es generell sehr schwierig, mit langfristigen Geldanlagen gute Renditen zu erwirtschaften, zumal man bei der Riester-Rente besonders hohe Sicherheitsstufen verlangt.

Schon vor längerer Zeit hatte die Stiftung Warentest darauf aufmerksam gemacht, dass bei den Riester-Verträgen sehr unterschiedliche Ausgestaltungsmöglichkeiten vorliegen, die auch zu stark unterschiedlichen Rendite-Erwartungen führen:

Nach Aussagen des Spiegel hat man für die Kritik an der Rendite der Riester-Rente mehrere Modellrechnungen durchgeführt und kam dabei zu recht kuriosen Ergebnissen, was das Lebensalter des Riester-Sparers betrifft, das dieser erreichen muss, damit sich für ihn die Riester-Rente gelohnt hat. So müsste eine heute 35-Jährige mindestens 85 Jahre oder älter werden, wenn sie auf das eingesetzte Kapital ihrer Riester-Vertrages etwa 2,5 Prozent Rendite erwirtschaften wolle. Das ist schon ziemlich optimistisch gedacht. Hinzu kommt, dass dabei Erträge des Vertragspartners unterstellt wurden, die nicht unbedingt gesichert sind. Fällt dieser angesichts der Krise auf dem Kapitalmarkt auf den Garantiezins zurück, dann müsse die gute Frau etwa 109 Jahre alt werden, um zu einer Rendite zu kommen, die dem Sparbuch entspricht.

Hinzu komme, dass die Riester-Sparer oft noch Geld verschenken, wenn sie auf die staatliche Förderung verzichten. Unklar ist bei dem Beispiel, ob sich die Kritik an den Riester-Verträgen auf alle Varianten bezieht. So können Riester-Banksparpläne mit deutlich geringeren Kosten und besserer Transparenz Pluspunkte gegenüber einer Riester-Sparform auf Versicherungsbasis machen. Man wird erst sehr langfristig erkennen können, ob bei steigenden Renditen für Geldanlagen die Riester-Angebote wieder besser bewertet werden können.

Finanzen

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