Steuerliche Absetzbarkeit von Dienstreisen mit Privatanteil verbessert

Viele Dienstreisen werden gerne um einen privaten Anteil erweitert. Wenn man als Dozent zu einer Seminarwoche nach Mallorca reist, dann hängt man vielleicht das Wochenende noch an und nutzt damit den Gesamtaufenthalt als Dienstreise, die aber einen privaten  2/7-Anteil hat. Bisher konnte allerdings dieses Vorgehen, Dienstreisen mit Privatreisen zu verbinden, Probleme mit dem Finanzamt schaffen. Zwar wurden alle Kosten, die der Dienstreise eindeutig zuordenbar war (wie die Übernachtung und die Verpflegungskosten am Seminarort) als Werbungskosten anerkannt. Aber die Kosten für die Reise selbst konnte nicht einfach auf einen privaten und einen dienstlichen Anteil aufgeteilt werden.

Grund für diese bisher sehr restriktive Haltung des Finanzamtes ist das sogenannte Aufteilungsverbot. Dieses verbietet die anteilige Anrechnung von Betriebskosten, wenn diese nicht einfach und nachvollziehbar trennbar sind. Die bisherige Argumentation der Finanzämter wäre also darauf hinaus gelaufen zu sagen, dass man die Kosten für eine Reise nicht einfach auf einen betrieblichen und privaten Anteil aufteilen kann. Grundsätzlich sorgt das Aufteilungsverbot dafür, dass ein deutlicher privater Anteil an teilweise betrieblich veranlassten Kosten, diese vollständig als Betriebskosten ausschließt.

Nun hat der Bundesfinanzhof eine deutlich steuerfreundliche Entscheidung möglich gemacht: In dem geschilderten Fall könnten 5/7 der Reisekosten (Flugkosten und sonstige Verkehrskosten) dem dienstlichen Bereich zugeordnet werden und damit könnten diese 5/7 steuermindernd geltend gemacht werden  (Aktenzeichen: VI R 94/01 des Bundesfinanzhof – Beschluss vom 21.09.2009). Auf der Website des Handelsblattes ist der vom Bundesfinanzhof zugrundegelegte Fall genauer beschrieben: Ein IT-Fachmann hatte eine viertägige Fachmesse in Las-Vegas besucht und anschließend an diesem attraktiven Urlaubsort noch drei Tage zur Erholung angehängt. Sein Finanzamt wollte aber nicht akzeptieren, das er 4/7 der Flugkosten als Werbungskosten geltend machte. Die direkten Kosten für die Fachmesse wurden aber anerkannt. Nun ist es möglich durch die Entscheidung des Bundesfinanzhofs bei Dienstreisen, die einen Privatanteil haben, die anteiligen Kosten für die Dienstreise steuerlich geltend zu machen. Wichtig ist nur, dass sich dieser Anteil auch einfach und nachvollziehbar bestimmen lässt.

Spannend ist jetzt die Frage, ob das Aufteilungsverbot auch für Gegenstände aufgehoben ist. Kann ein Computer, der zu 60 % beruflich genutzt wird, auch zu 60 % als Betriebskosten geltend gemacht werden? Bisher war das nicht möglich. Ein Gegenstand konnte nur dann steuerlich mindernd abgeschrieben werden, wenn er fast ausschließlich beruflich genutzt wurde. Wenn man mit einer Argumentation entsprechend der Aufteilung auf Privatreise und Dienstreise also in Zukunft mehr Steuern sparen will, dann sollte man sich überzeugende Argumente zurechtlegen, die die Aufteilung der Kosten auch für den Sachbearbeiter beim Finanzamt nachvollziehbar macht.

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