Strategie und Risiken beim Anbieterwechsel

Der Begriff Anbieterwechsel ist seit Jahren nicht mehr aus der Planung der Verbraucher wegzudenken. Das hängt mit verschiedenen Liberalisierungsmaßnahmen zusammen, bei denen ein möglicher Anbieterwechsel zur Verstärkung des Wettbewerbs genutzt werden soll. Begonnen hat die tagtägliche Frage nach dem Anbieterwechsel mit dem Markt für Telekommunikationsdienste, als die staatlichen Monopole aufgelöst wurden. Plötzlich gab es für jede Stunde des Tages und für eine Vielzahl von möglichen Zielregionen unterschiedliche Anbieter mit unterschiedlichen Konditionen, so dass man als preisbewusster Verbraucher für jeden Telefonanruf den Anbieterwechsel erwägen musste. Dieser Absurdität von  Anbieterwechsel konnte man nur entgehen, wenn man sich einen Computer anschaffte, der einem die Entscheidung zum Anbieterwechsel abnahm. Die meisten Verbraucher entschieden sich aber dafür, statt auf den laufenden Anbieterwechsel lieber auf einen Festpreis-Anbieter zu wechseln, womit man die Frage nach dem Anbieterwechsel auf weniger Termine pro Jahr reduzieren konnte.

In den letzten Jahren kam es zu einer regelrechten Preisexplosion bei den Energiepreisen, was auch hier zum laufenden Anbieterwechsel motiviert. Finanzratgeber Kirch weist darauf hin, dass in den neuen Bundesländern ein besonders hoher Bedarf für den Anbieterwechsel bei der Energielieferung vorliegt, weil sowohl die Energiepreise höher wie die Einkommen der Verbraucher niedriger sind, als in den alten Bundesländern.

Nun wurde errechnet, dass ein deutscher Verbraucher, der in den letzten 5 Jahren einen regelmäßigen Wechsel zu einem Anbieter von Strom, Gas, Internet und Handy durchgeführt hat, durchschnittlich 3000 Euro gespart hat. Überträgt man dieses Ergebnis auf die Zukunft, dann müsste man annähernd täglich nach dem besten Anbieter suchen, um alle Einsparmöglichkeiten jederzeit nutzten zu können. Abgesehen davon, dass man seine Zeit auch effektiver verwenden kann, sollte man bei den ständigen Anbieterwechseln auch berücksichtigen, dass ein Anbieterwechsel Risiken nach sich zieht. So ist die Versorgungssicherheit bei Handy-Netzen sehr unterschiedlich in einzelnen Regionen, wer ständige Anbieterwechsel durchführt verliert hier also Planungssicherheit.

Diese Probleme hat man bei Strom und Gas weniger, doch angesichts des meist nur jährlich möglichen Anbieterwechsels sollte man die Termine für Anbieterwechsel synchronisieren und das Nachdenken über den Anbieterwechsel auf einen Tag des Jahrs einschränken.

Finanzen

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