Was bedeutet der aktuell sehr hohe Goldpreis für die Geldanlage-Strategie?

Gegenwärtig bricht der Goldpreis alle Rekorde. Das „Krisenmetall“ ist in aller Munde und viele Geldanleger überlegen sich, ob sie nicht auch bedeutende Teile ihres Depots in „echtes Geld“- also Gold- überführen sollten. Schließlich gehen manche davon aus, dass der Goldpreis schon bald auf über 3.000 – 5.000 Dollar je Feinunze ansteigen könnte.

Nachdem sich der Preis des Goldes seit Beginn der Wirtschaftskrise verdoppelt hat, wäre dies erneut eine Verdoppelung bis Vervierfachung. Allerdings zeigt ein Langfristchart über viele Jahrzehnte auch, dass extreme Schwankungen beim Goldpreis nicht ungewöhnlich sind. Gold ist eine Krisenwährung und wenn das Bewusstsein über die Krise und die Angst vor dem Absturz wieder abnimmt, dann könnte der Goldpreis durchaus auch halbiert werden oder noch stärker sinken. Auch die gegenwärtig schon gut gehandelten Standard-Papiere an den Weltbörsen zeigen auf, dass das Krisenbewusstsein und die Angst abnehmen.

Ein Grund für den sehr hohen Goldpreis ist auch in der Schwäche des Dollars zu sehen. Gold wird international immer in der Standard-Weltwährung gehandelt und wenn diese schwach ist, dann steigt der Goldpreis und umgekehrt. Deshalb sind die Preissteigerungen beim Gold schon nicht mehr so ausgeprägt, wenn man den Kurs des Goldes in Euro zeichnet.

Der Hauptgrund für den rasant steigenden Goldpreis ist auch in der Politik der Notenbanken zu sehen. So will die chinesische Zentralbank ihre Abhängigkeit vom Dollar reduzieren. Auch andere Länder geben Dollarbestände ab und kaufen dafür Gold. Schließlich sind es zusätzlich noch große Privatanleger, die ihre Depots teilweise in Gold umtauschen.

Meine Einschätzung der Situation ist, dass die gegenwärtige Diskussion um den Goldpreis im Laufe des nächsten Jahres zurückgehen wird, weil immer mehr der Pessimismus durch Optimismus bei der Geldanlage ersetzt wird. Gold im Depot bringt keine Zinsen und daher könnten bereits moderate Zinssteigerung und weiter leicht ansteigende Börsenkurse für Umschichtungen in Depots und in den Politiken der Zentralbanken sprechen, die den Goldpreis wieder in den Bereich der früheren Preiszonen zwischen 300 und 600 Dollar zurückbringt. Anleger, die jetzt eingestiegen sind, müssten dann lange warten, um auf das gegenwärtige Niveau zurückzukommen. Wer Angst um sein Geld hat, der hat noch andere Geldanlagemöglichkeiten, die mit Sicherheit verbunden sind. Beispielsweise Immobilien, die man selbst nutzt oder vermietet, möglichst in Gebieten, die über gute Verkehrsanbindungen und gute Infrastruktur verfügen.

Finanzen

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