Werbung für Verbraucher-Kredite wird genauer definiert

Die Werbung für Verbraucher-Kredite wurde häufig als irreführend empfunden, weil die genannten niedrigen Zinssätze dann doch für den interessierten Kunden nicht erreichbar waren. So konnte es passieren, dass die anbietende Bank von einer relativ engen Risikoerwartung für den beworbenen Zinssatz ausging. Deshalb hat sich der Gesetzgeber entschlossen, etliche Rahmenbedingungen für die Werbung und Information der Verbraucher-Kredite enger zu fassen. Es geht dabei um die Änderung der Preisangabenverordnung; relevant in Bezug auf die Werbung der Verbraucher-Kredite sind die Seiten 31ff. dieser PDF-Datei (Bundesgesetzblatt) bzw. § 6 a Preisangabenverordnung.

Zunächst wird festgelegt, dass gegenüber Letzt-Verbrauchern in der Werbung auf jeden Fall der Sollzinssatz, der Nettodarlehensbetrag und der effektive Jahreszins anzugeben sind. Ich hatte schon früher darauf hingewiesen, dass nur der effektive Jahreszins eine klare Orientierung bei der Wahl von Verbraucher-Kreditvarianten geben kann. Auch etliche weitere Angaben zu einem Verbraucher-Kredit müssen gegeben werden, sodass der Kunde alle relevanten Infos schon in der Werbung zur Kenntnis nehmen kann. Auch ein konkretes Beispiel, um die Zusammenhänge zu verstehen muss gegeben werden:

„Bei der Auswahl des Beispiels muss der Werbende von einem effektiven Jahreszins ausgehen, von dem er erwarten darf, dass er mindestens zwei Drittel der auf Grund der Werbung zustande kommenden Verträge zu dem angegebenen oder einem niedrigeren effektiven Jahreszins abschließen wird.“

Dadurch sollte nun sichergestellt sein, dass die Werbung nicht auf Fälle abhebt, die in der Praxis kaum umsetzbar sind und somit den Verbraucher tatsächlich zu einem Verbraucherkredit führen, der einen höheren Effektivzins kostet, als die Werbung schmackhaft gemacht hat.

Im Zusammenhang mit den Risiken von Schufa-freien Krediten hatte ich darauf aufmerksam gemacht, dass eine Kreditausfallversicherung einen Kredit deutlich verteuern kann. Nun legt die neue Preisangabenverordnung fest, dass Forderungen des Kreditgebers auf solche Zusatzleistungen wie Kreditausfallversicherungen  von ihm klar und verständlich im Zusammenhang mit dem effektiven Jahreszins anzugeben sind. Wie solche Infos genauer aussehen könnten, wird auf online-finanz.info detailierter beschrieben.

Aus der Sicht des informiert wollenden Verbrauchers sind die Neuregelungen zur Werbung von Verbraucher-Krediten sicherlich zu begrüßen.

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