Adipositas: Forscher suchen nach Ursachen im Belohnungssystem

Adipositas ist eine sehr schwerwiegende Erkrankung, die deutlich über eine normale Übergewichtigkeit hinausgeht. Adipositas wird ursächlich im Zusammenhang mit vielen weiteren Erkrankungen gesehen. Jetzt bemühen sich Forscher um eine weitergehende Erklärung der Adipositas, die auf das Belohnungssystem des Gehirns abzielt.

Adipositas: Ursachen im Belohnungssystem

Adipositas: Ursachen im Belohnungssystem

Adipositas: Mitte nächsten Monats findet ein Ärztekongress in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden statt, der auch die besonders ausgeprägte Übergewichts-Erkrankung zum Thema hat. Adipositas ist für die Ärzte-Zeitung daher wichtiges Thema und man informiert über neue Forschungsansätze, die das gehirneigene Belohnungssystem als Ursache für Adipositas bestimmen will.

Adipositas kann zunächst mit Fettleibigkeit oder Fettsucht übersetzt werden. Es handelt sich aber um ein so starkes Übergewicht, dass vermehrt mit krankhaften Auswirkungen auf die betroffenen Menschen gerechnet werden muss. Denn der menschliche Körper ist nicht darauf ausgelegt, ein zu starkes Übergewicht auf lange Zeit zu bewältigen. Heutzutage wird das Übergewicht mit dem Körpermasseindex BMI der Weltgesundheitsorganisation bestimmt. Liegt dieser über 30, dann spricht man von einer Adipositas.

Weniger Essen, mehr Sport, diese Losung wäre sicherlich eine geeignete Strategie gegen Adipositas, doch die Mediziner sich darin einig, dass das nicht so einfach ist, wie es sich anhört. Denn der Hunger, der zum Übergewicht führt, entsteht im Kopf und nicht im Bauch. Naheliegend ist daher, dass man nach den Gründen im Gehirn sucht, die zum übermäßigen Konsum energiehaltiger Lebensmittel motiviert. Mediziner arbeiten daher mit Neurowissenschaftler in Leipzig zusammen und versuchen gemeinsam nach den Gründen für Adipositas im Gehirn zu suchen. Deshalb sind auch psychologische Tests wichtig, um die Zusammenhänge zwischen dem Belohnungssystem des Gehirns und dem Hunger aufzuzeigen.

Das Ergebnis dieser Überlegungen könnte irgendwann in neuen Medikamenten münden, die am Belohnungssystem des Gehirns ansetzen, um die Motivation für übermäßiges Essen und damit für Adipositas einzudämmen. Alternativ wäre es aber auch sicherlich interessant, die Psychotherapie ins Spiel zu bringen. Denn die kognitive Verhaltenstherapie kann auch bei anderen schädlichen Verhaltensweisen erfolgreich angewandt werden, oft ohne Medikamente oder mit deutlich reduzierten Medikamenteneinsatz.

Bildnachweis: © Benny Weber – Fotolia.com

 

Gesundheit

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