Arzneiverordnungs-Report: Medikamente sind in Deutschland sehr teuer

Seit langem ist bekannt, dass bestimmte Medikamente in Deutschland relativ teuer sind und das die Kostensumme, die für Arznei in Deutschland von den Krankenversicherungen erbracht werden, sehr hoch ist. Gestern haben wir über einige Ansätze des Bundesgesundheitsministeriums berichtet, wie Medikamentenpreise gesenkt werden könnten. Gestern  wurde auch der Arzneiverordnungs-Report 2010 vorgestellt, der nicht nur aufzeigte, wie stark die Medikamentenkosten in den letzten Jahren angestiegen sind, sondern auch in vielen Punkte deutlich machte, dass die Medikamentenpreise in Deutschland drastisch höher als in europäischen Nachbarländern sind. Es gibt also ein Milliarden-Einsparpotential beim Medikamenten-Einsatz in Deutschland.

Die Kosten für Medikamente in Deutschland lagen im Jahre 2009 bei etwa 32,4 Mrd. Euro und sind innerhalb eines Jahres, das sonst eher durch Preisstabilität gekennzeichnet war, um 4,8 % gestiegen. Besonders stark wirken einige sehr wenige Medikamente auf den Preisanstieg ein. Patentgeschützten innovative Arzneimitteln können in Deutschland sehr teuer werden, weil es hier wenig Möglichkeiten gibt, die Preiskalkulationen der Pharmafirmen zu begrenzen.

Der Arzneiverordnungs-Report 2010 hat konkret die Medikamentenpreise hierzulande mit dem Nachbarland Schweden verglichen und kommt dabei zu bemerkenswerten Ergebnissen. Die umsatzstärksten patentgeschützten innovativen Arzneimittel sind nach Schätzungen des Reports um ca. 50 % teurer als in Schweden. Selbst bei den Generika, den wirkstoffgleichen Ersatz-Medikamenten, die nicht mehr dem Patentschutz unterliegen, gibt es erhebliche Preisunterschiede. Wie auf Finanzzeug.de aufgezeigt wird, liegen die schon mal beim doppelten Preis wie im Ausland. Deshalb würde hier das deutsche Gesundheitsministerium ansetzen, um den deutschen Krankenkassen mehr Absprachen zu niedrigen Preisen bei entsprechenden Medikamenten zu ermöglichen.

Die Herausgeber vom Arzneiverordnungs-Report 2010 zeigen abschließend auf, dass es also hohe Einsparpotenziale bei Analogpräparaten, Generika und Arzneimitteln mit umstrittener Wirksamkeit gibt: selbst unter Berücksichtigung der sehr hohen deutschen Preise ergebe sich ein Sparpotential von 4 Milliarden Euro. Da aber diese Medikamente sowie die  patentgeschützten Arzneimittel in Deutschland etwas 50 bis 100 % teurer als im Ausland sind, könnte man von einer Wirtschaftlichkeitsreserve/Kostensenkungspotential von etwa 9,4 Milliarden Euro ausgehen.

Das wären dann fast 30 % der bisherigen Kosten für Medikamente. Das Einsparpotential ist also enorm und die Maßnahmen des Bundesgesundheitsministeriums zur Stärkung der Verhandlungsmöglichkeiten der Krankenkassen sind wichtig. Man wird beim nächsten Arzneiverordnungs-Report sehen, was davon umsetzbar ist.

Gesundheit

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