Auch Privatversicherte sollen von Medikamenten-Rabatten profitieren

Schon länger ist es möglich, dass die gesetzlichen Krankenkassen besondere Rabatte für Medikamente bekommen, wodurch die Krankenkassen Kostensenkungsmöglichkeiten haben. Nach neuen Plänen der Bundesregierung sollen nun auch die Mitglieder der privaten Krankenversicherungen von diesen Rabatten profitieren.

Die Gesundheit-Politiker von FDP und Union verständigten sich nach den Aussagen des Handelsblatts mit dem Gesundheitsministerium darauf, dass die privaten Krankenversicherungen dieselben Preissenkungsmöglichkeiten wie die gesetzliche Krankenversicherung bekommen sollen. Allerdings möchte man auf jeden Fall sicherstellen, dass diese Kostensenkung auch tatsächlich den Versicherten zugute kommt. Dies scheint nicht so einfach zu sein, wie bei den gesetzlichen Krankenkassen. Bei diesen zahlt der Patient im Regelfall in der Apotheke sowieso nur eine Zuzahlung, der tatsächliche Medikamentenpreis (Listenpreis nach Abzug von Rabatten) rechnet die Krankenkasse gegenüber den Apotheken ab. Ein solches Verfahren ist für privat Krankenversicherte bisher noch nicht erprobt. Diese zahlen meist den vollen Medikamentenpreis in der Apotheke und reichen dann die Rechnung zwecks Erstattung an ihre Krankenversicherung weiter.

Deshalb gibt es beim Verband der Privatkrankenversicherungen neben allgemeiner Zustimmung auch kritische Einwendungen gegenüber der Übertragung der Medikamentenrabatte und man befürchtet erheblichen Verwaltungsaufwand nach einer geplanten Neuregelung. Denn damit die Rabatte an die Krankenversicherung fließen können, müssen unter Umständen zunächst die Belege der Mitglieder bei den einzelnen Versicherungen gesammelt werden, um sie schließlich an eine zentrale Stelle zu übermitteln, damit diese den Rabatt einziehen kann. Diese Beträge müssten dann wieder auf die einzelnen Krankenversicherungen verteilt werden, die erst dann die Möglichkeit haben, die Kostensenkung durch Medikamenten-Rabatte an die Versicherten zurückzugeben.

Eine Alternative wäre es, wenn man die Rabatte bereits bei der Abgabe in der Apotheke von den Arzneimittelpreisen abziehen würde. Diese einfache Lösung soll es aber nur für neue Arzneimittel geben. Möglicherweise will es die Gesundheitspolitik vermeiden, dass die Listenpreise für Medikamente in einer Vielzahl von Fällen gar nicht mehr den tatsächlichen Preisen entspricht.

Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Privatversicherten von den Medikamenten-Rabatten profitieren können.

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