Bedenkzeit für IGeL

Wer als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse einen Arzttermin hat, der kann nicht unbedingt davon ausgehen, dass alle Leistungen des Arztes über die Krankenkasse abgerechnet werden. Es gibt sogenannte individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), die man als Patient selbst zu zahlen hat. Nun fordern Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen eine 24-Stunden-Bedenkzeit für die Patienten, denn der Arzt sei bei IGeL-Angeboten nicht nur Therapeut sondern auch Unternehmer.  

Bedenkzeit für IGeL

Bedenkzeit für IGeL

Die gesetzlichen Krankenkassen möchten den Schutz des Patienten bei den umstrittenen IGeL-Angeboten verbessern. Gefordert wird von Vertretern der Krankenkassen eine 24-Stunden-Bedenkzeit bei IGeL-Angeboten, wie Welt-Online berichtete. Häufig handele es sich bei IGeL-Angeboten um nutzlose Leistungen und der Patient brauche ausreichend Zeit, um sich zu informieren, bevor der Arzt dann tätig wird und die IGeL-Kosten vom Patienten einfordern kann. IGeL steht schon länger in der Kritik . Grundsätzlich ist es in Deutschland so geregelt, dass medizinische Leistungen bei den Krankenkassen von einem zentralen Gremium kontrolliert werden, die nur solche medizinischen Leistungen zur Finanzierung durch die Krankenkassen freigibt, deren Wirksamkeit nachvollziehbar ist. Viele IGeL-Angebote können diese Kriterien nicht erfüllen.

Für IGeL-Angebote gibt es häufig Marketing-Seminare, damit die Ärzte und ihr Personal die Patienten mit Argumenten und Appellen von der schnellen Inanspruchnahme des IGeL-Angebots überzeugen können. Vor ein paar Tagen war Kritik an dieser Praxis aufgekommen, als bekannt wurde, dass es für diese Art von Seminaren staatliche Zuschüsse gibt.

IGeL-Angebote können im Einfallfall durchaus sinnvoll sein, wenn ein Patient für seine Probleme oder Beschwerden eine individuell auf sich zugeschnittene Leistung benötigt. Allerdings braucht dann der Patient auch Zeit, um sich mit dem entsprechenden Angebot ausreichend zu beschäftigen. Dass nach der 24-Stunden-Bedenkzeit viele nicht mehr den Weg in die Arztpraxis finden werden, ist zwar zu erwarten, muss aber nicht unbedingt die Gesundheit der Betroffenen allzu stark tangieren.

Bildnachweis: © fotodoc – Fotolia.com

Gesundheit

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