Berufsunfähigkeit: Kriterien bei der Wahl der richtigen Versicherung

Eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit brauchen insbesondere Freiberufler und Selbständige, wenn für sie keine alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten existieren, falls die Berufsunfähigkeit eintritt. Bei der Wahl der Versicherung gegen Berufsunfähigkeit sollte man sehr genau die Bedingungen der Versicherung prüfen. Interessant könnte auch sein, wenn man die Quote der abgelehnten Anträge bei Berufsunfähigkeit recherchieren kann. Denn eine Berufsunfähigkeit ist nicht so einfach feststellbar wie der Schaden am eigenen Fahrzeugt nach einem Unfall, für den die Vollkasko-Versicherung beanspruchbar ist. Denn dieser Schaden ist nach objektiven Kriterien von einem unabhängigen Gutachter leicht feststellbar, bei der Berufsunfähigkeit können aber subjektive Kriterien eine wichtige Rolle spielen.

Generell sind rein rechnerische Vergleiche bei Versicherungen problematisch, denn diese berücksichtigen ausschließlich die Kosten vor Eintritt des Versicherungsfalls. Tritt eine Berufsunfähigkeit ein, dann sind die niedrigen Kosten bis zu diesem Termin irrelevant, wenn sich die Versicherung aus mehr oder weniger überzeugenden Gründen zunächst weigert, die eigentlich vereinbarten Rentenzahlungen zu leisten. Bereits vor längerer Zeit hatte ich darauf verwiesen, dass man beim Abschluss einer Berufsunfähigkeits-Versicherung darauf achten soll, dass keine „abstrakte Verweisung“ durch die Versicherung erfolgen kann. Denn diese würde die Versicherung berechtigen, in abstrakter Weise auf die Möglichkeit einer Überwindung der Berufsunfähigkeit durch eine neue Berufsperspektive zu verweisen, selbst wenn diese faktisch auf Grund eines engen Arbeitsmarktes nicht existiert.

Auf eine weiteres Kriterium bei der Wahl der Berufsunfähigkeits-Versicherung macht die WDR-Verbrauchersendung Markt aufmerksam: die Leistungsquote. Tatsächlich gibt es Zahlen zur Leistungsbereitschaft bei Berufsunfähigkeit, die für die einzelne Versicherung sehr unterschiedlich ausfallen können. Auf der Webseite von Markt zur Berufsunfähigkeits-Versicherung sind Prozentzahlen zwischen 8% und 81 % aufgeführt.

Interessantes Kriterium bei der Berufsunfähigkeit könnte auch der Prognose-Zeitraum sein. In den Versicherung-Bedingungen ist dies der Zeitraum, auf den sich die Gutachter festlegen, wann von einer Berufsunfähigkeit auszugehen ist. Hier ist ein kürzerer Zeitraum von 6 Monaten besser als ein langer wie drei Jahre, denn je länger der Prognose-Zeitraum, desto schwerer ist es für den Gutachter, mit hoher Wahrscheinlichkeit den Versicherungsfall Berufsunfähigkeit zu begründen.

Auf eine weiteres Kriterium zur Berufsunfähigkeit weist der Blog von tarifcheck24.com hin: die Nachversicherungsgarantie. Hierbei geht es um Anpassungsmöglichkeiten der Berufsunfähigkeits-Versicherung, ohne das eine erneute Gesundheitsprüfung erfolgt.

Wichtig könnte bei der Berufsunfähigkeit wie bei anderen Versicherungen auch die Möglichkeit von Kulanz sein. Versicherungen die häufig kulant handeln, können nicht mehr so kostengünstig anbieten, wie preisaggressivere Versicherungen. Allgemein ist dann von höherer Kulanz auszugehen, wenn man als Kunde viele einzelne Versicherungen über einen Makler bündelt. Da es bei der Versicherung zur Berufsunfähigkeit um eine existenzrelevante Frage geht, sollte man die Entscheidung über die Versicherung zur Berufsunfähigkeit sehr gründlich unter Anwendung vieler Kriterien treffen.

Gesundheit

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