Bestimmte Medikamente können für ältere Menschen ungeeignet sein

Das ARD-Magazin Report Mainz hat sich jüngst mit der Frage beschäftigt, ob nicht bestimmte Medikamente für ältere Menschen ungeeignet sein könnten. Für Experten des Medikamenteneinsatzes sei es nicht verwunderlich, dass besondere Patientengruppen wie ältere Menschen anders auf Nebenwirkungen bei bestimmten ärztlich verschriebenen Medikamenten reagieren. Das Problem würde schon länger in den Vereinigten Staaten bearbeitet und man biete dort den Ärzten und Patienten eine Liste der Medikamente, die besonders für Ältere riskant sind. Eine solche Liste von Medikamenten, die bei älteren Menschen mit besonderer Vorsicht einzusetzen wären, könnte also auch für Deutschland hilfreich sein.

Die Sendung der ARD machte auch aufmerksam auf eine solche Liste, die von der Pharmakologin Petra Thürmann aus Wuppertal im Auftrag des Bundesforschungsministeriums aufgestellt wurde: Die Priscus-Liste macht Angaben über 83 häufig verschriebene Medikamente, die für ältere Patienten eine Gefährdung darstellen könnten. Thürmann erläuterte gegenüber Report Mainz, dass bis zu 20 Prozent der zu Hause älteren Menschen ein solches Medikament erhalten. Diese Zahl könnte deutlich höher angenommen werden, wenn die älteren Patienten in Heimen leben.

Allerdings wurde im Blog von inge09 von einem Kommentator darauf verwiesen, dass das Problem ungeeigneter Medikamente nicht nur ältere Menschen betreffen könnte.

Besonders Schmerzmedikamente und Psychopharmaka sollten beachtet werden, wenn man sie älteren Menschen in Zusammenhang mit anderen Medikamenten verordnet. Diese und weitere Details zur Priscus-Liste der möglicherweise ungeeigneten Medikamente für ältere Menschen, kann man auch über das Online-Angebot des Magazins Stern erfahren. Erstellt wurde die Priscus-Liste in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Experten unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen. Diese Fachleute machten nicht nur Aussagen zur Geeignetheit der fraglichen Medikamente für ältere Patienten, sondern schlugen auch alternative Therapiemöglichkeiten vor, die den alternden Menschen eine Reduktion oder ein Verzicht der problematischen Medikamente gestattet. Hierzu könnte es sinnvoll sein, die Priscus-Liste durch die betreuenden Ärzte bei älteren Menschen zu nutzen und zu beobachten, ob tatsächlich weniger Komplikationen auftreten, wenn entsprechend den Vorschlägen eine Reduktion der Medikamente erfolgt.

Dass die Liste laufend überprüft wird und eine Korrektur und Erweiterung der Angaben im Laufe der nächsten Jahre erfolgt, macht Sinn, um die Verbesserung des Medikamenten-Einsatzes für älteren Menschen zu unterstützen.

Gesundheit

Sie können Sie einen Kommentar hinterlassen or unseren Feed abonnieren, wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat.

Einen Kommentar schreiben

(Pflichtfeld)

(Pflichtfeld)