Burnout droht zur Modediagnose zu werden

Burnout ist eine beliebte Diagnose, wenn man beschreiben möchte, dass man durch Arbeit- oder Freizeitstress überlastet ist. Immer häufiger wird Burnout als Diagnose benannt, obwohl Fachärzte hier auf Zurückhaltung drängen. Ein Burnout kann auch der modebezogene Sprachgebrauch für die ernstliche Erkrankung Depression sein.

Burnout droht zur Modediagnose zu werden
Burnout droht zur Modediagnose zu werden

Experten wie der Psychotherapeut und Psychiater Thimm bezweifeln die häufige Verwendung der Diagnose Burnout. Burnout höre sich besser an als Depression, doch die falsche Bezeichnung der Erkrankung kann auch zu einer fehlerhaften Therapie führen. Stress, Depression oder Burnout kann in sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen auftreten. Depression ist eine sehr ernsthafte Erkrankung, die den Betroffenen vollständig handlungsunfähig machen kann. Burnout wird hingegen häufig in Zusammenhang mit dem Job gesehen, der nicht mehr genügend Motivation hervorrufen kann. Die Betroffenen von Burnout fühlen sich auch überlastet, weil sie nur ungenügend durch ihre Vorgesetzen oder Kollegen als handlungsfähig angesehen werden.

Burnout steht für „ausgebrannt“ und meint damit den Zustand der inneren emotionalen Erschöpfung, die zugleich auch mit einer deutlich reduzierten Leistungsfähigkeit zusammen beobachtet werden kann. Damit ist ein enger Zusammenhang zwischen Burnout und Depression angesprochen. Wissenschaftlich schätzt man aber Burnout nicht als Erkrankung ein, sondern ordnet eher als Problem der Lebensbewältigung ein. Betroffene, die sich ausgebrannt fühlen, brauchen eine Hilfestellung und zwar eine fachärztliche Beratung, die ausreichend umfangreich angelegt ist, um klar zu erkennen, ob ein kurzfristiges Burnout vorliegt oder ob eine tieferliegende Depression eine längerfristige Therapie erfordert.

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2 Antworten auf „Burnout droht zur Modediagnose zu werden“

  1. Guten Tag,

    ich finde das ist quatsch.

    Wenn sich ein Patient mit Burn Out zum Therapeuten traut und somit evtl. ein Suizid verhinder wird, dann ist doch alles super.
    Es gibt genügend die sich nicht trauen zum Arzt zu gehen und zu sagen man hätte eine Depression vor scham.
    Unfung der durch Medien geht!
    Gefährlicher dazu!
    Der Therapeut weiß in der Regel recht schnell ob Burn Out oder Depression und kann egal wie gut helfen!!

  2. Dem letzten Argument stimme ich zu. Wer sich unsicher ist, welches Problem ihm belastet, der sollte sich sicherlich an den Arzt seines Vertrauens wenden.

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