Den Placebo-Effekt optimieren

Was für viele Laien rätselhaft wirkt, ist für Mediziner altbekannt: der Placebo-Effekt. Beim Placebo-Effekt geht es darum, dass Medikamente eine deutliche Wirkung zeigen, obwohl in Ihnen gar kein Wirkstoff enthalten ist. So stehen aber auch Schlankheitsmittel unter dem Placebo-Verdacht , dass sie überwiegend nur als Placebos wirken, obwohl sie natürlich auch Wirkstoffe enthalten, deren Auswirkung aber auf den Prozess des Abnehmens fraglich ist. Auch homöopathische Mittel stehen häufig unter Placebo-Verdacht.

Bei einem Placebo handelt sich also um ein Medikament, das über keinen bekannten medizinischen Wirkstoff verfügt, aber trotzdem medizinische Wirkung entfaltet. Da Placebos also auch wirken können, wäre es hilfreich, die genauen Effekte besser zu kennen, um den Placebo-Effekt im Sinne der Patienten zu optimieren. Auf diesem Weg ist kanadischen Wissenschaftler jetzt ein Erfolg geglückt, denn sie konnten in einem Fall aufzeigen, dass der Placebo-Effekt dann stärker ist, wenn man bei den Patienten ein gewisses Maß an Unsicherheit belässt. Placebos wirkten also dann stärker, wenn die Patienten selbst davon wussten, dass sie mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nur ein Placebo bekommen.

Die interessante Fallstudie zum Placebo-Effekt wurde im „Archives of General Psychiatry“ jetzt publiziert. Der Test zum Placebo-Effekt wurde mit Patienten, die an Parkinson erkrankt waren, umgesetzt. Parkinson ist eine neurologische Störung, die im Zusammenhang mit dem Mangel des Gehirnbotenstoffs Dopamin steht. Gibt man den Patienten Medikamente gegen Parkinson, dann sollte das Ergebnis stets eine Zunahme von Dopamin im Gehirn und eine Verbesserung der körperlichen Beweglichkeit sein. Gibt man den Patienten ein Placebo gegen Parkinson, dann sollte ein wirksames Placebo auch zu entsprechenden Effekten führen.

Bei der Studie der kanadischen Wissenschaftler wurde allen Patienten das gleiche Placebo-Präparat gegen Parkinson gegeben, ihnen aber unterschiedliche Mitteilungen gemacht, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Medikament ein echtes Parkinson-Präparat wäre. Es gab vier Gruppen und die den Patienten mitgeteilten Wahrscheinlichkeiten waren 25, 50, 75 und 100 Prozent. Interessanterweise war der Placebo-Effekt bei den Patienten am besten, denen man die 75-Prozent-Wahrscheinlichkeit mitgeteilt hatte. Bei diesen war eine bessere motorische Beweglichkeit nach Placebo-Verabreichung feststellbar. Auch die Dopamin-Freisetzung war bei dieser Patientengruppe höher als bei den anderen Gruppen.

Weitere Studien müssen diesen Effekt noch überprüfen. Es könnte sich dann zeigen, ob die Mitteilung über die Unsicherheit einer Placebo-Medikation den Placebo-Effekt im Interesse der Patienten optimiert.

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