Diagnose ADHS bei Kindern wächst stark

ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und wird häufig bei Kindern diagnostiziert, die unruhig sind und Probleme mit dem Schulerfolg haben. Kritik an der ausufernden Diagnose von ADHS kommt erneut von den Krankenkassen, denn mit der Diagnose ADHS werden Probleme in der Lebensentwicklung auf einen allzu einfachen Nenner zurückgeführt.

Diagnose ADHS bei Kindern wächst stark
Diagnose ADHS bei Kindern wächst stark

Der Report der Barmer Ersatzkasse zur Diagnose einer Aufmerksamkeitsdefizit-oder Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zeigt auf: Die Diagnose wird (insbesondere bei Jungen) in Deutschland immer häufiger gestellt und es werden sehr schnell Medikamente gegen ADHS verabreicht, die als Psychopharmaka einzustufen sind. Kritiker sprechen von einer „Generation ADHS“, die so herangezogen würde.

ADHS wird von den meisten Experten als psychische Erkrankung eingestuft, die es den Betroffenen erschwert, ihre Aufmerksamkeit entsprechend den Anforderungen in Schule oder Beruf zu fokussieren. Allerdings haben viele Kinder und Jugendliche je nach Lernentwicklung Schwierigkeiten mit der Aufmerksamkeit in einem stressigen Schulalltag. Deshalb ist die Abgrenzung zu normalen Problemen in Schule und Ausbildung zu einer psychischen Erkrankung schwer zu treffen.

Der Trend, immer häufiger und immer schneller mit der Diagnose ADHS zu kommen, hat also das Potential, normale Entwicklungsprobleme als Gesundheitsprobleme von Kindern umzudeuten. Kritiker dieser Praxis fordern eine Verbesserung der schulischen Rahmenbedingungen und mehr Aufmerksamkeit für die Kinder, damit neue Wege zum Umgang bei Aufmerksamkeitsproblemen oder übertriebener Aktivität gefunden werden. Alternativ zum Einsatz von Psychopharmaka können auch andere Wege der Therapie gesucht werden. Für Kinder ist auch eine Verhaltenstherapie vorstellbar, die ohne den Einsatz von Medikamenten auskommt. Ein weiterer Ansatzpunkt, um der Ausuferung der ADHS-Diagnostik zu begegnen, ist die Schulung der Eltern, damit diese über andere Umgangsformen Belastungsfaktoren mindern, die bei den Kindern ADHS begünstigen können.

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Health

5 Antworten auf „Diagnose ADHS bei Kindern wächst stark“

  1. Vielleicht sollte man die kinds einfach mal wieder an die Frische Luft schicken anstatt stundenlang vor den Fernseher zu setzen. Wenn meine kids an der Luft waren sind sie abends auch nicht mehr so hippelig.

  2. wenn im Umfeld, sprich Schule und Gesellschaft, ein Umdenken stattfindet dann …ja und nur dann werden kinder mit ADHS akpeptiert. 10 Erfahrung mit Ritalin bei 5 kindern lassen mich zu der Erkenntnis kommen dass es OHNE Ritalin nicht gegangen wäre. Weder Schule noch im restlichen leben.
    Ich danke auf den Knien dass ich die Möglichkeit hatte.

  3. Da weigert sich ein Kind, total öden Frontalunterricht auf Dauer zu ertragen und wird dann von völlig überforderten Eltern im Schulterschluss mit „Lehrern“ und Ärzten auf Ritalin gesetzt um ruhiggestellt zu werden.

  4. hatte auch sowas verschrieben bekommen, allerdings medikinet, und davon ne halbseitige gesichtslähmung inklusive zuckungen bekommen. danach konnte ich mich noch weniger konzentrieren, weil alle mich immer angeguckt haben und dann wars total vorbei. und ich habe mich damit abgefunden und resigniert. nach einem halben jahr ist es gott sei dank weggegangen. also liebe eltern und lehrer überlegt es euch gut. kinder sind kinder und keine maschinen… es gibt auch die kinder, die zu wenig bewegung haben, die in die pubertät kommen und die, die einfach unterfordert sind.

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