Diskussion um Beratungspraxis in Apotheken

Deutschland ist ein Land mit hoher Apothekendichte. Wenn man ein Medikament vom Arzt verschrieben bekommt, dann findet man schnell eine Apotheke, die das Medikament bereit hält oder es zeitnah beschafft. Allerdings haben die Apotheken nicht nur Medikamente im Angebot. Man findet hier auch viele Artikel, die man eher in einer Drogerie vermuten würde. Nun ist eine Diskussion um Apotheken entstanden, ob man diese wieder stärker auf ihr Kerngeschäft, die Beratung zu Medikamenten, beziehen sollte.

Verschiedene Medien wie mdr und Focus lokalisieren die Forderung nach einer Stärkung der Beratungspraxis der Apotheken auf den Bundesgesundheitsminister. Wie man einem Positionspapier des Ministeriums entnehmen könne, sollen die Apotheker zukünftig aktiver auf ihre Kunden zugehen und diese gezielt auf Nebenwirkungen und Risiken von Medikamenten hinweisen. Bisher soll es eher so gewesen sein, dass die Apotheker erst auf Rückfrage der Kunden zu den verschriebenen Medikamenten eine Stellungnahme abgeben. Ob und wie es um die Beratungspraxis in Apotheken genau bestellt ist, wird aber bisher nicht systematisch untersucht, pharmama.ch gibt Hinweise, wie man so etwas besser umsetzen könnte.

Eine aktivere Beratungspraxis der Apotheken könnte weitreichende Konsequenzen für Apotheker und Patienten haben. Einerseits würde die Bedeutung der sonstigen Angebote in Apotheken (Drogerieartikel und Kosmetika) zurückgedrängt, anderseits müsste stärker darauf geachtet werden, dass die Beratungspraxis der Apotheken vertraulicher erfolgen kann als bisher. Entsprechende Regelungen könnten in einer neuen Apothekenbetriebsordnung Berücksichtigung finden, die in den nächsten Monaten noch stärker diskutiert wird. Aus der FDP kommen bereits Stimmen, die hier vor einer Überregulierung warnen.

Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich die Anforderungen an die Beratungspraxis der Apotheken verändern werden. Möglicherweise wird es von vielen Patienten begrüßt, wenn der Apotheker eine aktivere Haltung im Beratungsgespräch einnimmt. Diese werden es dann sicherlich auch begrüßen, wenn sie in einem persönlich geschützteren Umfeld beraten werden. Andere Patienten werden aber möglicherweise mit Unverständnis reagieren, denn sie gehen davon aus, dass der Arzt bereits umfassend den Einsatz der Medikamente eingeschätzt hat und legen keinen Wert auf weitere Befragungen.

Gesundheit

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