Down-Syndrom-Bluttest: weite Verbreitung, umstrittener Einsatz

Ab sofort ist es durch einen neuen Down-Syndrom-Bluttest möglich, ab der 12. Schwangerschaftswoche festzustellen, ob für das zukünftige Kind die Gefahr einer Erkrankung durch das Down-Syndrom (Trisomie 21) gegeben ist. Dieser Bluttest bleibt umstritten, obwohl er nur für eine kleine Gruppe von Schwangeren zugänglich sein soll.

Down-Syndrom-Bluttest: weite Verbreitung, umstrittener Einsatz

Down-Syndrom-Bluttest: weite Verbreitung, umstrittener Einsatz

Das Down-Syndrom ist eine schwerwiegende Erkrankung, die aber inzwischen gut therapierbar ist. Verursacht wird das Down-Syndrom durch eine Anomalie des 21. Chromosoms, woraus sich auch die wissenschaftliche Bezeichnung für das Down-Syndrom Trisomie 21 erklärt. Bisher war es nur mit einen vergleichsweise hohen Aufwand und gesundheitlichen Risiken für die schwangere Frau möglich, während der Schwangerschaft festzustellen, ob die Gefahr für eine Erkrankung des zukünftigen Kindes besteht bzw. ob dafür eine hohe Wahrscheinlichkeit vorliegt. Diese Sachlage hat sich nun durch den neuen Down-Syndrom-Bluttest verändert. Siebzig Kliniken im deutschsprachigen Raum bieten den Test an, er soll nach Angaben des Herstellers nur für schwangere Frauen ermöglicht werden, bei denen ein erhöhtes Risiko vorliegt.

Dieser neue Down-Syndrom-Bluttest ist nicht unumstritten. Insbesondere konservative Politiker aus den christlichen Parteien lehnen den Test ab, denn er kann dazu führen, dass betroffene Frauen in vielen Fällen sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden, was nach Ansicht dieser Politiker faktisch zu einer Selektion von Ungeborenen nach gesundheitlichen Kriterien führt.

Liberale und linke Ethik-Experten sehen dies etwas anders, zumal diese einen Schwangerschaftsabbruch unter bestimmten Bedingungen für legitim halten. Die Rechtlage der Straftrechts-Paragrafen 218 und folgende ist zu diesen Punkt sehr kompliziert formuliert. Faktisch muss es die Schwangere entscheiden, ob sie sich Informationen über zukünftige Erkrankung beschafft und wie sie mit diesen Informationen umzugehen gedenkt. Grundsätzlich lässt es der Gesetzgeber also zu, dass sich Schwangere Informationen beschaffen, die Wahrscheinlichkeitsaussagen über zukünftige Erkrankungen des jetzt noch ungeborenen Kindes geben.

Bildnachweis: © PeterPunk – Fotolia.com

 

Gesundheit

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