Gesundheitsministerium will Kostensenkungen durchsetzen

Kostensenkungen sind für das deutsche Gesundheitswesen dringend nötig, denn verschiedene Faktoren weisen darauf hin, dass in den nächsten Jahren deutliche Belastungen durch höhere Kosten für Gesundheitsmaßnahmen anstehen;

  • So könnten über neue Festbeträge bei Medikamenten höhere Zuzahlungen bei der Herausgabe von Medikamenten die Folge sein.
  • So könnte die Angleichung der Preise bei Medikamenten für privat und gesetzlich Krankenversicherte dafür sorgen, dass die gesetzlichen Krankenkassen insgesamt höhere Kosten für die Patienten aufbringen müssen.
  • Einschränkungen bei Zusatztarifen der gesetzlichen Krankenkassen machen es für diese schwieriger, besser Verdienende als Mitglieder zu halten und könnten damit für die übrigen Krankenkassen-Mitglieder zu höheren Zusatzbeiträge führen.

Als Ansatzpunkt für Kostensenkungen werden jetzt vom Gesundheitsministerium die Preise für Impfstoffe ins Spiel gebracht. Denn diese lägen in Deutschland um 30 % höher als im Ausland. Basis für zukünftige Impfstoffpreise soll der europäische Durchschnitt werden; damit könnten bis zu 300 Mio. Euro eingespart werden. Allerdings liegen in vielen Fällen die Kosten für Medizin in Deutschland höher als im Ausland; würden man hier generell des europäischen Durchschnitt als Maßstab anlegen, dann hätte dies ein erhebliches Kostensenkungspotential.

Nach der Diskussion um die Angleichung von Preisen bei Medikamenten zwischen privater und gesetzlicher Krankenversichrung wurde häufiger der Vorwurf erhoben, dass das Gesundheitsministerium die private Krankenversicherung bevorzuge. Nun meldet das deutsche Ärzteblatt, dass in Zukunft die privaten Krankenversicherungen an den Kosten für die Nutzenbewertungen neuer Medikamente beteiligt werden soll. Da diese auch von der Arbeit des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen bzw. von entsprechenden Gremien zur Nutzenbewertung profitiere, wäre es nur logisch, die private Krankenversicherung hier zur Finanzierung heranzuziehen.

Damit wären die gesetzlichen Krankenkassen zwar etwas entlastet, aber denen möchte man das Geld verdienen mit Zusatzpolicen für Ihre Mitglieder erschweren. Generell hat es sich in den letzten Jahren gezeigt, dass Zusatztarife (beispielsweise Chefarztbehandlung oder Privatstatus beim Arztbesuch) sehr beliebt bei gut verdienen Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen sind. Über solche Zusatztarife können die Krankenkassen möglichweise Mitglieder halten, die sonst in die private Krankenversicherung wechseln würden. Würden jetzt diese Zusatztarife erschwert, dann könnte sich das insgesamt auf die Finanzierung der Krankenkassen auswirken.

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