Homöopathie als Kassenleistung?

Die Senkung von Kosten im Gesundheitsweisen ist immer wieder ein Thema, insbesondere wenn es zu einer Erhöhung der Krankenkassenbeiträge kommen soll. Besonders rege ist hier der Gesundheitsexperte der SPD: Professor Karl Lauterbach. Lauterbach fordert, dass die Homöopathie als Kassenleistung aufgehoben wird. Einerseits sei die gesundheitliche Nützlichkeit nicht nachgewiesen, anderseits wäre es nicht sinnvoll, unnütze Leistungen mit der Kostenübernahme durch die Krankenkasse zu adeln. Hier wird Lauterbach ausnahmsweise einmal von seinem christdemokratischen Gegenspieler Jens Spahn unterstützt, der auch die Streichung der Homöopathie als Kassenleistung erwägt, weil es keinen wissenschaftlichen Nachweis für den Nutzen von Homöopathie gebe.

Doch was heißt eigentlich Homöopathie und warum gibt es diese als Kassenleistung? Die Homöopathie geht von dem Konzept aus, dass Krankheiten mit Hilfe des Ähnlichkeitsprinzips geheilt werden können. Das homöopathische Mittel sollte so gewählt werden, dass es beim gesunden Menschen ähnliche Effekte hervorrufe, wie die Symptome, die sich beim Kranken zeigen. Homöopathische Mittel sind durch enorm hohe Verdünnungen gekennzeichnet, die man aber in der Homöopathie als Potenzierungen bezeichnet. Teilweise ist die Verdünnung so stark, dass in dem homöopathischen Mittel kein Atom eines Wirkstoffs mehr vorhanden sein kann. Das Mittel müsste dann über das Gedächtnis der Flüssigkeit wirken, ein Konzept, was sich bisher mit keinen naturwissenschaftliche Verfahren in Übereinstimmung zu bringen ist.

Für die Wirksamkeit der Homöopathie und für die Anerkennung als Kassenleistung, wären aber diese Bedenken irrelevant, wenn die Nachweisbarkeit der Homöopathie über ein Doppel-Blind-Verfahren möglich wäre. Hierbei werden parallel homöopathische Mittel und wirkstofffeie Placebo-Präparate verabreicht, ohne das die Therapeuten und die Patienten wissen, ob das Mittel eine homöopathisches oder Placebo-Präparat ist.

Diese Art des Nachweises spielt aber gegenwärtig bei der Frage, ob Homöopathie als Kassenleistung erhalten werden soll, keine Rolle. Die Krankenkassen argumentieren, dass die Kosten für Homöopathie sowieso sehr gering seinen. Und Ärzte und Patienten, die Homöopathie anwenden, sind der Meinung, dass sie hilft. Es scheint so zu sein, dass die Interessenvertreter im Gesundheitswesen kein Interesse an der Klärung der Frage haben, ob Homöopathie wirksam ist und damit als Kassenleistung erhaltenswert bleibt.

Gesundheit

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