IGeL-Leistungen in der Kritik

Wer zum Arzt geht, der kann nicht mehr davon ausgehen, dass alle Leistungen von seiner Krankenversicherung übernommen werden. Insbesondere wer Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung ist, bekommt häufig vom Arzt oder seinen Helferinnen Zusatzleistungen angeboten. Diese zu bezahlenden ärztlichen Zusatzleistungen laufen unter der Abkürzung IGeL: Individuellen Gesundheitsleistungen. Nun gibt es Kritik an der Praxis der IGeL-Angebote durch gesetzliche Krankenversicherungen.

Die Liste der IGeL-Angebote ist inzwischen sehr umfangreich und enthält wissenschaftlich umstrittene Angebote wie Akupunktur, aber auch Angebote wie die PSA-Bestimmung zur Früherkennung von Prostata-Krebs, die von vielen Urologen als sinnvoll angesehen werden, wenn es um Vorsorge geht. magazin66.de hatte das IGeL-Thema schon vor einige Zeit aufgegriffen und Tipps gegeben, wie man als Patient damit umgehen kann.

Gesetzliche Krankenversicherungen haben nun etwas dagegen, dass die Ärzte immer mehr IGeL-Angebote ihren Patienten machen, weil sie bezweifeln, dass diese immer sinnvoll sind und auch fraglich sei, ob die Patienten hinreichend entscheidungsfrei sind, wenn der Arzt ihnen ein IGeL-Angebot macht. Dies meldete die eingangs verlinkte Website von Focus. Gernot Kiefer vom Vorstand des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung gehe sogar davon aus, dass es bei den IGeL-Angeboten nicht vorrangig um die medizinische Hilfe, sondern um Umsatz und Gewinn gehe. Die IGeL-Angebote seinen überwiegend nutzlos und daher überflüssig.

Es widerspreche dem ärztlichen Echos solche umstrittenen Angebote den Patienten unterzujubeln. Deshalb sollte in Zukunft vor Annahme eines IGeL-Angebots eine 24-stündige Einwilligungsfrist wirksam gemacht werden. Nur wenn der Patient von sich aus nach IGeL-Angeboten fragt, soll eine sofortige Umsetzung ermöglicht werden. Zu jeder IGeL-Umsetzung sollte es nach Vorstellung des Spitzenverbandes der Krankenkassen einen schriftlichen Behandlungsvertrag geben, wo auch die Vor- und Nachteile des IGeL-Angebots dem Patienten zu erläutern sind.

Diese Vorschläge könnten wohl dazu führen, dass die ausufernde IGeL-Praxis durch bürokratische Hürden eingeschränkt wird. Ob dies aber im Sinne der Patienten ist, bleibt abzuwarten. Diese haben oft das Gefühl, dass sie sinnvolle IGeL-Angebote für sich benötigen und würden es sehr schätzen, wenn solche sinnvollen IGeL-Angebote in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen würden.

Gesundheit

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