Klinken: Geld an Ärzte für Patienten-Zuweisung?

Nicht jeder Patient kann sich sicher sein, dass die Behandlung eines Arztes allein unter Gesundheitsgesichtspunkten geplant wird. Eine neue Studie des Spitzenverbandes der Krankenkassen zeigt auf, dass in vielen Fällen Geld an den Ärzte gezahlt wird, wenn er seine Patienten in eine bestimmte Klinik einweist.

Klinken: Geld an Ärzte für Patienten-Zuweisung?

Klinken: Geld an Ärzte für Patienten-Zuweisung?

Extra-Honorare oder Bestechungsgeld sind Begriffe, die im Zusammenhang mit der Überweisung von Patienten an bestimmte Kliniken fallen. Eine neue Studie des Spitzenverbandes der Krankenkassen zeigt auf, dass in einer Vielzahl von Fällen Geld fließt, wenn ein Arzt einen Patienten an eine bestimmte Klinik überweist.

Angeblich zahlt jede vierte Klinik den Ärzten Prämien für Patienten, wenn diese Ärzte ihnen Patienten bevorzugt schickt. Fast die Hälfte der nichtärztlichen Leistungserbringer bestätigt, dass sie den Ärzten Vorteile geben, wenn diese ihnen Patienten schicken, die Bedarf an Hörgeräten oder Schuheinlagen hätten. Es liege also im deutschen Gesundheitswesen ein „erhebliches Korruptionspotential“ vor. Die Krankenkassen prüfen bei namentlich bekannten Fällen, damit sie den entsprechend handelnden Ärzten die Zulassung entziehen kann. Auch Krankenhäuser dürfen Ärzten keinen Vorteil versprechen, wenn diese bevorzugt ihnen Patienten schicken.

Leider liefert die Studie zur Korruption im Gesundheitswesen nur globale Ergebnisse und keine konkreten Namen von Ärzten, Kliniken und Leistungsträgern, die Geld verwenden oder annehmen, um damit ihre Leistungsbilanz zu verbessern. An dieser Stelle setzen auch die Ärzte-Funktionäre an, die so einfach die Studienergebnisse bezweifeln können. Schließlich gebe es kaum Anzeigen oder Strafverfolgung zur Korruption im Gesundheitswesen.

Allerdings greift die Politik die Ergebnisse der Studie auf. SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordert den Gesundheitsminister zum Handeln gegen die Korruption im Gesundheitswesen auf. Zu prüfen sei auch, ob man nicht die strafrechtliche Bestechlichkeit deutlicher auf diese Handlungen ausdehnen kann.

Bildnachweis: © Robert Kneschke – Fotolia.com

Gesundheit

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