Mobbing und Krankentagegeldversicherung

Mobbing ist nicht nur eine vorübergehende Störung in der Kommunikation mit Vorgesetzen, Kollegen oder Mitarbeitern. Es handelt sich um eine dauerhafte Störung, die auch sehr starke gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Im Extremfall wird der durch Mobbing Betroffene arbeitsunfähig, kann also seinen Beruf nicht mehr ausüben. Der Bundesgerichtshof hat zu Mobbing und Krankengeldtageversicherung entschieden, dass in bestimmten Fällen die Krankentagegeldversicherung zu leisten hat.

Eine Krankentagegeldversicherung wird abgeschlossen, um im Falle einer Krankheit pro Tag einen bestimmten Betrag ausgezahlt zu bekommen. Dieses Geld kann man dann beispielsweise verwenden, um eine höhere Versorgung im Krankheitsfall zu haben. Naheliegend ist daher die Vorstellung, dass man bei jeder ärztlichen Krankschreibung seine Krankentagegeldversicherung beanspruchen kann. Der Bundesgerichtshof zitiert im oben verlinkten Urteil die Bedingungen der Krankentageversicherung wie folgt: „Versicherungsfall ist die medizinisch notwendige Heilbehandlung einer versicherten Person wegen Krankheit oder Unfallfolgen, in deren Verlauf Arbeitsunfähigkeit ärztlich festgestellt wird. Der Versicherungsfall beginnt mit der Heilbehandlung; er endet, wenn nach medizinischem Befund keine Arbeitsunfähigkeit und keine Behandlungsbedürftigkeit mehr bestehen. “ (Zitatende)

Im zugrundeliegenden Fall war strittig, ob der Versicherungsnehmer nicht faktisch arbeitsfähig war und nur durch eine belastende Konfliktsituation nicht an seinem Arbeitsplatz zurückkehren konnte. Zwar erkannt auch der Bundesgerichtshof, dass Mobbing nicht direkt als Krankheit anzusehen ist. Allerdings könne Stress und Anspannung an einem Arbeitsplatz mit Mobbing zu einer psychischen Erkrankung führen, die auch in körperlichen Symptomen sichtbar werde und die die Arbeitsfähigkeit ausschließe. Auch die ärztliche Krankschreibung bestätige, dass der Versicherungsnehmer in der konkreten Arbeitssituation nicht arbeitsfähig war.

Interessant ist die Überlegung im einem Blog zu Mobbing, dass die Versicherungsgesellschaft nun Schadensersatz gegenüber dem Arbeitgeber des Mobbingopfers geltend machen könnte. Generell schwierig wird es aber sein, das Mobbing konkret nachzuweisen; im Mobbingfall, den der Bundesgerichtshof geprüft hat, waren die ärztlichen Gutachten ganz wichtig, um den Anspruch gegenüber der Krankentagegeldversicherung zu begründen.

Gesundheit

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