Online-Arztbewertung auf breiter Basis

Die Barmer GEK und die AOK gehören zu den größten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Deshalb steht ihr neues Projekt zur Online-Arztsuche und Online-Arztbewertung auf einer breiten Basis. Denn alle Mitglieder dieser gesetzlichen Krankenversicherungen können sich im Bewertungsportal anmelden und ihre persönlichen Arzterfahrungen ausführlich abgeben.

Kontrolliert wird bei der Anmeldung am neuen Arzt-Bewertungsportal, ob man Mitglied der jeweiligen gesetzlichen Krankenkasse ist. Hierzu muss man die Kassennummer und die Versicherungsnummer angeben, die bei jedem Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung auf der Versichertenkarte aufgedruckt ist. So werden Fake- und Doppel-Anmeldungen unterbunden. Mitglieder der AOK kommen zur Anmeldung über www.aok-arztnavi.de, Mitglieder der Barmer GEK nutzen http://arztnavi.barmer-gek.de.

Die Anmeldung ist schnell erledigt. Man muss ich nur einen Benutzernahmen und ein Password ausdenken und eine E-Mail-Adresse zur Bestätigung der Anmeldung übermitteln. Den Benutzernamen sollte man so wählen, dass kein direkter Rückschluss auf eine bestimmte Person möglich ist. So bleibt die Bewertung der Ärzte, die man persönlich kennt, auf jeden Fall anonym.

Die Ärzte, die man bewerten möchte, findet man am schnellsten über eine Fach- und Postleitzahlbezogene Abfrage. Alle niedergelassenen Ärzte in Deutschland können gefunden und bewertet werden. Es wird zur Bewertung am Bildschirm ein umfangreicher Fragenkatalog angeboten, der über 30 Teilaspekte ärztlichen Handelns berücksichtigt. Auch Fragen zur Praxis-Ausstattung und zur Praxis-Organisation werden gestellt. Vorteilhaft ist, dass man auch später jederzeit Bewertungen des Arztes abändern kann, wenn man neue Erfahrungen gemacht hat oder alte Einschätzungen korrigieren möchte.

Die eigenen Bewertungen kann man als PDF-Datei zum Ausdrucken bekommen. Schwierig scheint im Moment noch das Finden von bewerteten anderen Ärzten zu sein. Einerseits weil wohl noch nicht viele Bewertungen abgeben wurden, anderseits weil der Server des neuen Arzt-Bewertungsportals gegenwärtig nach starken öffentlichen Interesse überlastet ist. Bewertungen für einen einzelnen Arzt sollen erst angezeigt werden, wenn mindestens zehn Bewertungen vorliegen.

Es wird eine spannende Frage sein, ob das neue Online-Arztbewertungsportal auf breiter Basis, Veränderungen im ärztlichen Handeln oder bei der Praxis-Organisation induziert. Früher wurden Online-Arzt-Bewertungsportale von Ärzten oft kritisch gesehen, weil die Basis und Ernsthaftigkeit der Bewertungen fraglich seien. Nun meldet man zum neuen Ärzte-Bewertungsportal, dass dieses besser als bisher den ärztlichen Qualitätsansprüchen an Online-Bewertungsportale entspreche.

3 Antworten auf „Online-Arztbewertung auf breiter Basis“

  1. Weshalb muß man Versicherungsnummer und persönliche Daten angeben, wenn man anonym einen Arzt bewerten will? Weshalb muß man überhaupt bei einem der beiden Versicherer sein um bewerten zu dürfen?
    Was geht es eine Krankenkasse an, wie, wann und warum ich meinen Arzt bewerte?
    Nur Schwachsinn – wenn die nicht wissen, was sie mit ihrem Geld machen sollen, da gibt es einige Aufgaben!
    Es kann nicht sein, dass die Basis (Versicherten) für eine Arztbewertung sich komplett übers Internet outen müssen.

  2. Danke für Ihre Meinung zum Blogbeitrag, aber ich schätze das neue Arzt-Bewertungsportal etwas anders und positiver ein.
    Die Angabe der Versicherungsnummer sorgt dafür, dass jeder nur ein Benutzerprofil anlegen kann. Auch wird damit abschätzbar, ob jemand sinnvolle Bewertungen auf Basis persönlicher Erfahrungen abgibt oder nur aus Jux und Dollerei kreuz und quer bewertet.
    Angedacht ist auch, dass langfristig nicht nur die Mitglieder dieser Krankenversicherungen, sondern alle mit einem Versicherungsausweis bewerten können.
    Kritisch ist natürlich der Punkt Anonymität: Einerseits muss sichergestellt werden, dass die Anmeldung nur einmalig möglich ist, anderseits müssen die dann abgegebenen Angaben zwar statistisch auswertbar, aber nicht auf eine Person zurückführbar sein. Dazu schreiben die Portalbetreiber: „Ein wichtiges Prinzip der Befragung ist, dass die Teilnehmer ihre Einschätzungen anonym abgeben. Weder der Arzt noch der Portalbetreiber, die Bertelsmann Stiftung, oder Ihre Krankenkasse erfährt, wer an der Befragung teilgenommen hat. „Quelle: https://weisse-liste.arzt-versichertenbefragung.barmer-gek.de/zur-nutzung-des-portals.43.de.html

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