Pflege-Bahr: Niedrige Tarife für niedrigen Pflegeschutz

Es ist unangenehm über den Pflegeschutz für das eigene Alter nachzudenken. Das der ziemlich teuer wird, ist jedem klar. Da wäre doch eine zusätzliche Pflegeversicherung nicht schlecht, zumal der Staat diese mit 5 Euro pro Monat (Pflege-Bahr) fördert. Dumm nur, dass eine solche Pflegeschutz-Versicherung oft nicht ausreichen wird, wie die Zeitschrift Finanztest jetzt herausgefunden hat.

Pflege-Bahr: Niedrige Tarife für niedrigen Pflegeschutz

Pflege-Bahr: Niedrige Tarife für niedrigen Pflegeschutz

Seit Anfang des Jahres können die Verbraucher eine staatlich geförderte Zusatzpflege-Versicherung („Pflege-Bahr„) abschließen, um das finanzielle Risiko eines Pflegefalls zu bewältigen. Doch diese Verträge lohnen kaum, wenn man die Erwartung hat, dass damit weitgehend alle Risiken für den zukünftigen Pflegefall abgesichert sind. Zu diesem wenig überraschenden Ergebnis zum Pflege-Bahr kommt jetzt auch die Zeitschrift Finanztest: Die staatlich geförderten Pflege-Bahr-Tarife taugten wenig, weil sie im Fall der Fälle oft nur einen niedrigen Teil der Pflegekosten übernehmen können.

So decken viele Angebote der privaten Versicherungswirtschaft bei der Pflege-Zusatzversicherung 600 Euro Pflegekosten pro Monat ab. Da aber auch die staatliche Pflegeversicherung nur einen geringen Teil der Pflegekosten abdeckt, kommt es im Pflegefall zu dem kuriosen Ergebnis, dass der Pflegebedürftige zwar zwei Versicherungen für diesen Fall sein Leben lang mit hohen Beiträgen versorgt hat, dass aber die nicht abgedeckten Kosten für Pflege ihm trotzdem früher oder später den finanziellen Ruin bringen werden.

Allerdings haben die Pflege-Bahr-Versicherungen auch Vorteile, wie z.B. der Verzicht auf die Gesundheitsprüfung. Allerdings sind die Beiträge nach dem Lebensalter gestaffelt. Wer in jungen Jahren in die Pflegeversicherung einsteigt, der zahlt bis zu einem Pflegefall im Alter Jahrzehnte lang Beiträge, um dann doch feststellen zu müssen, dass das übrig gebliebene Vermögen schneller verbraucht ist, als man gedacht hat. Auch die Erben wird es nicht begeistern, wenn sie die Erbschaft allein deshalb nicht antreten können, weil inzwischen beim Pflegeberechtigten Insolvenz eingetreten war.

Bildnachweis: © Robert Kneschke – Fotolia.com

Gesundheit

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