Pflegekräfte aus dem Ausland oder eine liberale Lösung

Deutschland braucht Pflegekräfte, doch nur wenige Inländer sind bereit, sich den schwierigen Pflegeaufgaben zu widmen. Das kann auch an der Bezahlung liegen, die für anspruchsvolle Pflegeaufgaben eher knapp kalkuliert, bzw. umsonst von den Angehörigen geleistet wird. Der Gesundheitsminister fordert deshalb mehr Pflegekräfte aus dem Ausland. Eine liberale Lösung sieht anders aus.

Pflegekräfte aus dem Ausland oder eine liberale Lösung
Pflegekräfte aus dem Ausland oder eine liberale Lösung

Mit einer Lockerung der Zuwanderung für ausländische Pflegekräfte könnte der deutsche Pflegenotstand zwar nicht bewältigt werden, meint der Gesundheitsminister. Aber offensichtlich besteht im Gesundheitsministerium die Einschätzung, dass ausländische Pflegekräfte besser mit den Rahmenbedingungen bei der Pflege klarkommen und auch eher bereit sind, die niedrige Bezahlung für den hohen Stress bei der Pflege hinzunehmen. Die Zuwanderung ausländischer Pflegekräfte würde als das Problem vermindern.

Doch woran liegt es, dass sich nicht mehr Inländer für die Pflegetätigkeit begeistern? Arbeitsplätze im Gesundheitswesen sind generell stressig, mit wenig berechenbaren Arbeitszeiten verbunden und erfordern von dem Dienstleistern eine große emotionale Handlungsbereitschaft. Es kann also nur am Geld liegen, wenn der Andrang auf ärztliche Tätigkeiten hoch, der Andrang auf pflegerische Aufgaben aber niedrig ausfällt. Eine bessere Bezahlung für Pflegekräfte und eine bessere soziale Absicherung wäre die liberale Lösung, um das Pflegeproblem zu lösen. Doch dafür fühlt sich die Politik nicht verantwortlich, schließlich werden die Löhne in Deutschland von den Tarifparteien ausgehandelt und festgelegt. Indirekt ist dies ein Argument für Mindestlöhne und Mindestarbeitsbedingungen –nicht nur bei der Pflegetätigkeit –, aber von solchen Ideen hält man beim liberalen Koalitionspartner nichts.

Bildnachweis: © Miriam Dörr – Fotolia.com

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