Praxisgebühr mit ärztlicher Überweisung vermeiden

Immer noch ärgern sich die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn sie bei einem ersten Arztbesuch im Quartal die Praxisgebühr von 10 Euro zahlen müssen. Jeder kennt aber den „Trick“, dass man die Praxisgebühr bei einem Arztbesuch beim zweiten Arzt im selben Quartal vermeiden kann, indem man sich eine Überweisung beim ersten Arzt holt. Dieses Vorgehen ist so weit verbreitet, dass sich viele fragen, ob sie überhaupt ohne Überweisung zum Facharzt gehen dürfen. Auch kann es vorkommen, dass der Facharzt sich weigert, ohne Überweisung tätig zu werden.

Um die Frage nach der Notwendigkeit der Überweisung zu klären, kann man im Sozialgesetzbuch SGB 5 im § 28 (Ärztliche und zahnärztliche Behandlung) Absatz 4 nachschauen. Da steht, dass jede erste Beanspruchung einer ärztlichen Leistung im Kalendervierteljahr eine Zuzahlung (die Praxisgebühr) fällig wird, falls sie nicht nach einer Überweisung aus demselben Kalendervierteljahr erfolgt. Der aktuelle Gesundheitsminister will an der Praxisgebühr auf jeden Fall festhalten, weil dadurch die Krankenversicherungen jährlich 1,5 Mrd. Euro einsparen.

Wesentlich klarer als im SGB wird der Sachverhalt zur Praxisgebühr und Überweisung aber von den gesetzlichen Krankenkassen formuliert, beispielsweise von der Barmer Ersatzkasse. Auch dort wird betont, dass bei der ersten Beanspruchung eines Arztes die Praxisgebühr fällig wird. Dieser Arzt braucht aber nicht unbedingt der Hausarzt zu sein. Wer es also eilig hat, nicht über einen Hausarzt verfügt oder ziemlich sicher sein Problem erkennen kann, der kann auch direkt beim Facharzt einen Termin versuchen zu bekommen und muss dann aber auch die Praxisgebühr zahlen, wenn er bereits im laufenden Quartal bei einen anderen Arzt diese entrichtet hat.

Sinnvoll ist das Hausarzt-Prinzip aber durchaus, denn hier sammeln sich über längere Zeit alle Diagnosen und Behandlungs-Dokumentationen des Patienten. Ist ein solcher Hausarzt vorhanden, dann könnte man nach einem ersten Arztbesuch bei einem Facharzt auch von diesem versuchen, eine Überweisung zum Hausarzt zu bekommen. Damit spart man dann nicht nur die Praxisgebühr, sondern bekommt auch eine zweite Meinung, die umfassender vorliegende Informationen berücksichtigt.

Eine Antwort auf „Praxisgebühr mit ärztlicher Überweisung vermeiden“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.