Preisvergleichsplattform für zahnärztliche Leistungen zulässig

Zahnärztliche Leistungen sind oft sehr teuer. Deshalb lohnt es sich für den Verbraucher, hier verschiedene Angebote vergleichen zu können. Früher musste der Verbraucher hierzu sich selbst an verschiedene Zahnärzte wenden, was erhebliche Zeit in Anspruch nahm und auch nicht zu einem schnellen Ergebnis führen konnte. Eine Alternative wäre eine Ausschreibung für zahnärztliche Leistungen; diese wurde und wird auch im Internet umgesetzt und fand eine gute Resonanz, was aber Vertretern der Zahnärzte nicht gefiel. Nun hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass die verbraucherfreundliche Preisvergleichsplattform zulässig ist und weiter am Markt für zahnärztliche Leistungen operieren kann.

Anders als herkömmliche Ausschreibungen (bei denen oft die Anbieter nur verdeckt ihre Angebote machen können) geht die Vergleichsplattform für zahnärztliche Leistungen transparent vor, wie man es von Online-Angeboten für Dienstleistungen her kennt. Möchte ein Zahnarzt einen ausgeschriebenen Auftrag bekommen, dann wird er oft versuchen, die bestehenden Angebote zu unterbieten. Zwar muss der Ausschreibende nicht den günstigsten Bieter nehmen, aber er ist wohl geneigt aus den niedrigen Angeboten dasjenige zu nehmen, dass seinen Vorstellungen und sonstigen Erwartungen (z.B. Aufwand für Anreise) am nächsten kommt.

Zahnärzliche Leistungen vergleichen
Zahnärzliche Leistungen vergleichen

Eine solche Vergleichsplattform für zahnärztliche Leistungen sollte nach herkömmlicher Marktlogik über Wettbewerb zu günstigen Preisen führen. Denn ein Zahnarzt, der seine Leistungen einen betroffenen Patienten anbietet, kann sich ausrechnen, dass ein teures Angebot über die Vergleichsplattform unterboten wird. Handelt er entsprechend dieser Marktlogik, dann wird er erst gar nicht vorsuchen, ein überteuertes Angebot abzugeben. Weitere Elemente der Preisvergleichsform sind entsprechenden Internetangeboten nachgebildet. So werden die Angebote anonym abgegeben und nach erbrachter Leistung werden die Zahnärzte bewertet. Weitere Infos und Einschätzungen zur Preisvergleichsplattform für zahnärztliche Leistungen findet man auch bei juravendis.de.

Zwei Zahnärzte fanden an der Preisvergleichsplattform bzw. an dem Verhalten ihrer Zahnarzt-Kollegen keine Freude und wollten deren Verhalten und die Existenz der Preisvergleichsplattform für zahnärztliche Leistungen juristisch unterbinden lassen. Sie beriefen sich dabei auf Vorschriften in der für sie relevanten Berufsordnung für die bayerischen Zahnärzte und monierten bei ihren Zahnarzt-Kollegen „wettbewerbswidrigen Verhalten“. Insbesondere das letzte Argument kommt dem Beobachter aus Verbrauchersicht kurios vor, schließlich besteht Wettbewerb ja darin, dass man die Konkurrenten durch niedrigere Preise oder bessere Leistungen zu unterbieten versucht.

Auf den unteren Instanzen hatte aber die Argumentation gegen die Preisvergleichsplattform für zahnärztliche Leistungen durchaus Erfolg. Der Bundesgerichtshof hat nun aber anders entschieden. Wenn es zulässig ist, dass man bei einem zweiten Zahnarzt eine alternative Kostenschätzung für eine zahnärztliche Leistung einholt, dann erleichtet die Vergleichsplattform …

… es dem Patienten, weitergehende Informationen zu den Behandlungskosten zu erhalten. In diesem Sinne dient das Verhalten der Zahnärzte, die sich durch die Abgabe von Kostenschätzungen … beteiligen, den Interessen der anfragenden Patienten. Dementsprechend kann in einem solchen Verhalten nicht zugleich ein dem Grundsatz der Kollegialität zuwiderlaufendes und deshalb berufsunwürdiges Verdrängen von anderen Zahnärzten aus ihrer Behandlungstätigkeit gesehen werden.

Zitat aus dem Urteil des BGH – … sind Auslassungen).

Mehr Transparenz für Verbraucher im Bereich der zahnärztlichen Leistungen durch Möglichkeiten aus dem Internet: Auch der Bundesgerichtshof will sich diesem neuen Trend nicht verschließen.

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