Private Pflegeversicherung: Fünf Euro Zuschuss

Heute verhandelt die Bundesregierung das Betreuungsgeld. Mit im Verhandlungspaket ist der Zuschuss für eine private Pflegeversicherung. Ob fünf Euro ausreichen, mehr Bereitschaft für eine Pflegeversicherung zu wecken, ist umstritten.

Private Pflegeversicherung: Fünf Euro Zuschuss

Private Pflegeversicherung: Fünf Euro Zuschuss

Umstritten ist der Zuschuss für die private Pflegeversicherung nicht nur zwischen Regierung und Opposition. Auch viele innerhalb der Regierung bezweifeln den Nutzen einer so geförderten privaten Pflegeversicherung, denn sie wird nur möglich, weil sonst auch das Betreuungsgeld (Herdprämie) http://www.dir-info.de/nachrichten/deutschland/herdpramie-streit-uber-betreuungsgeld-spitzt-sich-zu-20122239 in Frage gestellt würde. Findet der Vorschlag eine Mehrheit, dann bekommen Bürger ab 2013 einen Zuschuss von fünf Euro monatlich, wenn sie zusätzlich zu ihrer gesetzlichen Pflegeversicherung eine private Pflegeversicherung abschließen. Ob hiervon nicht in erster Linie die Versicherungsunternehmen profitieren, ist die Frage, die sich viele in der Öffentlichkeit stellen.

Die private Pflegeversicherung ist der Riester-Rente nachgebildet. Auch dort erhält man staatliche Zuschüsse, wenn man eine private Altersvorsorge anstrebt. Alle volljährigen Bürger, die bereit sind, in eine private Pflegeversicherung einen Mindestbetrag zu investieren, bekommen die fünf Euro monatlich und können damit einen Teil dieser Versicherung abdecken. Vorteilhaft für Interessenten ist es, dass eine Gesundheitsprüfung für neue Versicherte ausgeschlossen sein soll. Das würde verhindern, dass die private Pflegeversicherung Personen ablehnt, die für sie ein besonderes Risiko bedeuten. Umgekehrt folgt daraus aber, dass die zusätzliche private Pflegeversicherung nicht unbedingt billig ausfallen kann. Es ist daher die Frage, ob die knappen fünf Euro eine ausreichende Motivation darstellen, eine weitere Pflegeversicherung abzuschließen.

Von den Kritikern des neuen Zuschusses ist das auch nicht erwünscht. Sie hielten es für besser, wenn man das Geld für die Prämie anderweitig verwenden würde. Die gesetzliche Pflegeversicherung könnte auch durch einen leicht erhöhten Beitragssatz gestärkt werden und wäre damit besser für zukünftige Anforderungen gerüstet. Eine solche Erhöhung für die gesetzliche Pflegeversicherung erscheint daher viel effizienter als der Fünf Euro Zuschuss.

Geburtsfehler für diese Förderung der privaten Pflegeversicherung ist ihr Zusammenhang mit den politischen Anforderungen der Koalitionsparteien. Aus Bayern möchte man unbedingt dafür sorgen, dass es das Betreuungsgeld gibt, die Liberalen legen Wert auf eine private Ergänzung der Sozialversicherung, nicht zuletzt, weil sie dies ihren Wählern versprochen haben. Der nun gefundene Kompromiss stellt zwar die unterschiedlichen Lobby-Interessen sicher, kann aber nicht unbedingt gut im Sinne einer langfristig soliden Sozialversicherungspraxis funktionieren.

Bildnachweis: © Jürgen Fälchle – Fotolia.com

Gesundheit

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