Privatkrankenversicherung soll bei Medikamenten entlastet werden

Kunden einer privaten Krankenversicherung sollen nach einer Planung der Bundesregierung demnächst zu niedrigeren Kosten an bestimmte Medikamente kommen. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte Nachrichten der Financial Times Deutschland, dass es zu einer Angleichung der Preise im Arzneimittelbereich zwischen den privaten Krankenversicherungen und den gesetzlichen Krankenkassen kommen soll. Gesetzliche Krankenkassen haben bisher Vorteile bei Medikamentenpreisen, die durch die Neuregelung reduziert werden sollen.

Kaum jemand ist bekannt, dass die gesetzlichen Krankenkassen durch Verhandlungen niedrige Medikamentenpreise bei der Pharmaindustrie für ihre Mitglieder durchsetzen konnten. Private Krankenversicherungen bzw. ihre Kunden zahlen heute oft höhere Medikamentenpreise, denn bisher handeln private Krankenversicherungen und gesetzliche Krankenkassen mit den Pharmaunternehmen jeweils eigene Rabatte aus. Private Krankenversicherungen zahlen häufig höhere Preise für Medikamente als die gesetzlichen Krankenkassen und können auch nicht von den zahlreichen staatlichen Preisregeln bei Medikamenten profitieren. Zuletzt hatte die Regierung, wie versicherungsplus.de meldete, sich noch um fixierte Preise bei bestimmten Medikamenten bemüht, die für alle Krankenkassen von Vorteil sein könnten.

Sollte diese neue Planung des Bundesgesundheitsministeriums zu den Medikamentenpreisen wirksam werden, dann ist dies natürlich ein Vorteil für die Mitglieder der privaten Krankenversicherung. Für die gesetzlichen Krankenkassen könnten aber Nachteile entstehen, denn insgesamt verteilen sich die Kosten für die Medikamentenversorgung damit neu. Die Vorteile einer Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse, die viele davon abhalten zu einer privaten Krankenversicherung zu wechseln, obwohl sie es könnten, würden verringert werden und damit würden den gesetzlichen Krankenkassen Wettbewerbsnachteile entstehen. „Weil der privaten Krankenversicherung die Kosten davon laufen, soll nun offensichtlich zu ihrem Schutz ein staatliches Förderprogramm auferlegt werden“, äußerte ein führendes Mitglied der gesetzlichen Krankenkassen. Obwohl sich die private Krankenversicherung für Besserverdienden nicht den Herausforderungen eines Solidarsystems stellen müsse, könnten diese doch indirekt durch niedrigere Medikamentenpreise von der Verhandlungsmacht der gesetzlichen Versicherung profitieren.

Allerdings könnte man sich auch vorstellen, dass sich beide Krankenversicherungssysteme für künftige Verhandlungen zu Medikamentenpreise zusammentun. Niedrige Preise für Medikamente wären für alle Patienten wichtig, zumal Deutschland nicht unbedingt als Niedrigpreisgebiet für Medikamente bekannt ist.

Gesundheit

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