Psychische Belastungen junger Erwachsener

Immer wieder wird behauptet, dass in den letzten Jahrzehnten die psychischen Belastungen zugenommen haben. Dies zeige sich daran, dass die Verordnungszahlen von Psychopharmaka ansteigen. Nun gibt es im Gesundheitsreport 2011 der Techniker Krankenkasse Hinweise darauf, dass die Medikamentenverordnung in diesem Bereich besonders hoch ist und auch seit 2008 zugenommen habe.

Besonders interessant sind die Auswertungen der Techniker Krankenkasse, weil diese vergleichsweise viele Studierende zu ihren Mitgliedern zählt. In der Pressemitteilung der Krankenversicherung wird davon geschrieben, dass der überwiegende Teil der an Studenten verschriebener Medikamente auf Präparate zur Behandlung des Nervensystems entfalle. Gegenüber vor vier Jahren sei ein Anstieg um über die Hälfte bei den Verordnungen zu verzeichnen. Insgesamt sei es auffällig, dass die Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Stoffwechselstörungen und Bluthochdruck auch bei jungen Leuten recht häufig zu einer Behandlung führen.

Die Pressemeldung geht davon aus, dass solche Beschwerden stark mit dem individuellen Lebensstil zusammenhängen. Allerdings könnte man auch meinen, dass die Bereitschaft zum Arztbesuch und die damit verknüpfte Erwartung an Medikamentenverschreibung für einen Anstieg der Behandlungen sorgen könnten. Andere wie die Blogger vom Karriere.blog gehen davon aus, dass Stress auch typisch für Stadtbewohner ist.

Wie die „Welt“ zur psychischen Belastungssituation von Studenten ergänzend berichtete, wird diese sehr kontrovers in Bezug auf die Neuordnung der Studienordnungen (Bachelor- und Master-Aufteilung) diskutiert. So registriere das deutsche Studentenwerk eine hohe Nachfrage nach psychologischer Beratung an den Hochschulen. Aber nicht allein die hohen Leistungsanforderungen sollen für den Stress verantwortlich sein, sondern auch die gesellschaftlichen Erwartungen, die gegenüber Hochschulabsolventen gestiegen seien.

Experten raten Studenten zu einem Training der Stressbewältigung, wenn sie mit diesen Anforderungen und dem stark verschulten Studium nicht klarkommen.

Gesundheit

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