Psychische Erkrankungen werden heute eher diagnostiziert

Nach Aussagen der Krankenkasse DAK und nach Ansicht vieler Experten nimmt die Zahl der Diagnosen einer psychischen Erkrankung (z.B. Depression oder Burnout) seit Jahren stark zu. Nun gibt aber die DAK in ihrem Gesundheitsreport zu bedenken, dass nur die Diagnosen zunehmen, die zugrundeliegenden gesundheitlichen Probleme aber seit Jahrzehnten schon bestehen.

Psychische Erkrankungen werden heute eher diagnostiziert

Psychische Erkrankungen werden heute eher diagnostiziert

Ist die Arbeitszufriedenheit noch gegeben oder dominiert der Stress bei der Arbeits- und Freizeitgestaltung? Wie oft wird in Deutschland auf Grund von psychischer Überbelastung krankgeschrieben und wie relevant ist die Modediagnose Burnout? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der DAK-Gesundheitsreport 2013. Den Experten bei einer der größten Krankenkassen in Deutschland ist klar: Immer mehr Menschen werden wegen psychischer Erkrankungen von der Arbeit freigestellt. Doch Burnout und andere Belastungsfaktoren seien kein Massenphänomen. Die dahinter liegenden Probleme gebe es schon lange. Nur jetzt ist man eher bereit als früher darüber zu reden. Ärzte und Patienten sind sich offener des Problems bewusst und zeigen mehr Bereitschaft die Diagnose einer psychischen Erkrankung zuzulassen.

Nach Aussagen des DAK-Gesundheitsreports hat sich die Zahl der Fehltage nach einer Depression oder einer anderen psychischen Erkrankung in den letzten zehn Jahren fast verdreifacht. Besonders Frauen sind häufiger mit einer entsprechenden Diagnose belastet. Auch 2012 war erneut ein Jahr, bei dem die psychisch bedingten Krankheitstage einen neuen Rekordstand erreichten.

Doch es ist falsch, wenn man davon ausgeht, dass sich die Deutschen zu einem Volk der psychisch Kranken entwickelt. Experten gehen davon aus, dass psychische Erkrankungen seit Jahrzehnten eine große Bedeutung haben, doch dass man erst seit wenigen Jahren bereit ist, offen darüber zu sprechen. Früher hat man gerne zu Diagnosen wie Erschöpfungszustand gegriffen oder Rückenbeschwerden und Magenprobleme als Ansatzpunkt genommen, um einen psychisch Überbelasteten vorübergehend oder dauerhaft krankzuschreiben. Die Entwicklung der psychischen Erkrankungen ist zwar nicht positiv einzuschätzen, aber es ist besser für das Finden einer geeigneten Therapie, wenn das Problem offener als früher ausgesprochen wird.

Bildnachweis: © coldwaterman – Fotolia.com

Gesundheit

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