Psychische Krankheiten: Kosten steigen stark

Psychische Erkrankungen wie Demenz und Depression sind nicht nur für die Betroffenen und ihre Angehörigen eine starke Belastung, sondern verursachen auch zunehmend hohe Kosten. Das Statistische Bundesamt meldete hierzu, dass die Ausgaben für psychische Krankheiten in den letzen Jahren um ein Drittel angestiegen sind. So lagen die Krankheitskosten durch Verhaltensstörungen und psychische Erkrankungen in 2008 bei 28,7 Milliarden Euro. Der Schwerpunkt der Kosten lang nur bei zwei Diagnosen: Demenz und Depression.

Demenz und Depression sind in letzter Zeit häufig Thema in den Medien. So konnte gezeigt werden, dass Bildung vorbeugend gegen Demenz wirkt und dass Depression und Arbeitsintensität im Zusammenhang stehen können. Das statistische Bundesamt hat nun herausgefunden, dass gegenwärtig pro Jahr etwa 9,4 Milliarden Euro für die Demenz-Bekämpfung und 5,2 Milliarden Euro gegen Depressionen eingesetzt werden. Die Kostensteigerung bei psychischen Krankheiten liegt auch deutlich über dem Durchschnitt im Vergleich zu anderen Krankheiten.

Allerdings gibt es bisher noch keine Erklärung für den starken Anstieg der Kosten bei psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen. Vermutungen gehen dahin, dass die Erkrankungen nicht wirklich gestiegen sind, sondern dass sie lediglich häufiger von Patienten empfunden und von Ärzten diagnostiziert werden. Zunehmender Stress am Arbeitsplatz könnte für den Anstieg mitverantwortlich sein, zumal es heute eher möglich ist, dass man mit psychischen Problemen zum Arzt geht. Der Einstieg bei der Demenz steht sicherlich im Zusammenhang mit der zunehmenden Überalterung der deutschen Bevölkerung. Daher kann in den nächsten Jahrzenten noch mit einem starken Anstieg der Demenz-Erkrankungen gerechnet werden.

Psychische Erkrankungen sind meist behandlungsintensiv und daher teuer. So sind die Aufenthaltsdauern in Krankenhäusern und vergleichbaren Einrichtungen bei psychischen Erkrankungen deutlich länger. Ebenfalls interessant ist, dass die Anzahl der Psychotherapeuten im untersuchten Zeitraum von 2002 bis 2008 stark gewachsen ist.

Gesundheit

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