Report Krankenhaus 2010: Ergebnisse und Bewertungen

Der jährliche Report Krankenhaus gibt wichtige Hinweise zu Trends im Gesundheitsweisen. Der Report Krankenhaus 2010 wurde jetzt erneut von der gesetzlichen Krankenkasse Barmer GEK veröffentlicht. Vier wichtige Ergebnisse kennzeichnen den aktuellen Krankenhaus Report:

  1. Ältere Personen ohne ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk werden immer seltener und könnten bald bei den Rentnern zu einer Minderheit werden. Denn die Zahle der Hüft- und Kniegelenkoperationen steigt weiter an und immer mehr Hüft- und Knieprothesen werden eingesetzt. Die entsprechenden Kosten sind inzwischen zu einer sehr starken Belastung für die Krankenversicherung geworden. Manche sprechen bereits von einer Überversorgung, andere gehen davon aus, dass die zunehmende Überalterung der Bevölkerung der eigentliche Grund sei, woraus dann in den folgenden Jahren noch erhebliches Kostensteigerungspotential abzuleiten wäre.
  2. Die Krankenhausversorgung der Patienten ist deutlich effizienter geworden, wenn man die Daten bezüglich der Verweildauer in Krankenhäusern über die letzten zwei Jahrzehnte vergleicht. Die Krankenhausaufenthalte der einzelnen Patienten in Deutschland werden tendenziell immer kürzer. Allerdings werden die Patienten tendenziell häufiger und schneller von den Ärzten in Krankenhäuser eingewiesen. Mehr Patienten kommen also tendenziell häufiger in die Kliniken. Die Verweildauer des einzelnen Patienten liegt deutlich unter 9 Tagen.
  3. Bei den Gründen für eine Krankenhausbehandlung sind die psychischen Störungen auf dem Vormarsch. Psychische Störungen als Grund für eine Krankenhausbehandlung liegen nun vor der Zahl der Einweisungen wegen Kreislauferkrankungen, die früher für die Krankenhausaufenthalte so typisch waren.
  4. Im Report Krankenhaus 2010 wird davon ausgegangen, dass mindestens ein Viertel der Krankenhausbehandlungen der psychischen Erkrankungen mit Alkohol assoziiert werden können.  Diese wichtige Tatsache sei aber noch keineswegs hinreichend im öffentlichen Bewusstsein und der Gesundheitspolitik berücksichtigt. Deshalb fordert der Krankenkassen Report 2010 neue Interventionsstrategien zur frühzeitigen Behandlung und Prävention des Alkoholmissbrauchs.

In der Öffentlichkeit wurde vor allem beim ersten Punkt ein Streit darüber ausgelöst, ob die Zunahme der Gelenks-Protesten eine Überversorgung darstellen und wie man die rasante Zunahme vielleicht abbremsen kann. Das Handelsblatt berichtete die Aussagen des Gesundheitsforschers Friedrich-Wilhelm Schwartz, der ganz neue Ansätze in der Gesundheitsvorsorge verlangt, um den Gründen für den Anstieg der Gelenksoperationen zu begegnen. Maßnahmen gegen Übergewicht und Bewegungsmangel müssten stärker gefördert werden.

Gesundheit

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