Risiken für Burnout im Management

Etwa ein Viertel der Führungskräfte im Management sind Kandidaten für ein Burnout oder eine vitale Erschöpfung, meldete kürzlich pressemitteilungen-online.de mit Bezug auf das Instituts für angewandte Innovationsforschung der Uni Bochum. Beim Burnout gehe es um Erschöpfungszustände. In Unternehmen existiere ein permanenter Veränderungsdruck, der dies fördere, erklärte Thomas Kley im Interview. Kley ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bochumer Institut.

Besonders betroffen seien das mittlere Management, also die Personen, die zwischen der obersten Unternehmensleitung und den unteren Beschäftigten stehen. Etwa bei einem Viertel der befragten Manager sei eine hohe vitale Erschöpfung festzustellen, die ein hohes Risiko für Burnout darstelle. Vitale Erschöpfung zeige sich in Müdigkeit, Energiemangel und zunehmender Entmutigung. Passend zur vitalen Erschöpfung nehme auch das Risiko für Herzinfarkte zu. Für etwa die Hälfte der befragten Manager liege eine mittlere Erschöpfung vor, für das restliche Viertel könne eine Erschöpfung im „grünen Bereich“ festgestellt werden.

Veränderungsprozesse, Kostenkonkurrenz und Innovationsdruck könnten als Ursache für die mentale Erschöpfung vermutet werden. Parallel zum Termin- und Leistungsdruck der Tagesanforderungen fordere die dauernde Veränderungsbereitschaft den Stress in der Arbeitssituation, besonders für das mittlere Management, das zwischen den Hierarchiestufen stehe. Impulsgeber, wie sie im oberen Management zu finden seien, wären hingegen weniger stark von diesen Risikofaktoren des Burnouts betroffen.

Um die Probleme um die Risikofaktoren des Burnouts beim Management anzugehen, fordert die Studie der Bochumer, dass Innovation und Prävention enger miteinander verzahnt werden. Innovation bringe auch den betroffenen Managern Chancen, aber die Risiken und Nebenwirkungen dürften nicht übersehen werden. Firmen sollten erkennen, dass man den Managern neben dem stressigen Tagesgeschäft nicht allzu viele Innovationsprojekte zumuten könne. Gefordert wird eine Fokussierung auf ein Projekt, damit die Tagesarbeit und die Projektanforderungen angemessen bewältigt werden können.

15 Antworten auf „Risiken für Burnout im Management“

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    leider funktioniert der Link zur Studie des Bochumer Instituts nicht und dort ist unter dem Suchbegriff „Burnout“ auch keine Studie zu finden.

    Wir am Lehrstuhl für Persönlichkeitspsychologie der LMU München haben in einer Studie eben genau entgegen der oben vertretenen Hypothese, dass das mittlere Management besonders burnout-gefährdet wäre, herausgefunden, dass es eben die Mitarbeiter sind, die signifikant höhere Burnout-Werte aufweisen. Geringes Autonomieerleben und eine Orientierung an Zielen, die nicht Inhalte und Qualität, sondern die Abgrenzung im sozialen Vergleich beinhalten, sind u.a. charakteristisch für Mitarbeiter, die höhere Burnout-Werte aufweisen.

    Die Ergebnisse unserer Studie weisen eher darauf hin, das Thema Burnout auf Mitarbeiterebene ernst zu nehmen und nicht ausschließlich als „Manager-Krankheit“ einzustufen.

    Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
    Ihre Nicole Hövel, Dipl. Psych.

  2. Hallo Frau Hövel,

    vielen Dank für Ihre Hinweise.

    Ich habe inzwischen die Quelle gefunden, auf die ich mich damals bezogen habe. Diese Quelle (pressetext.com) war bereits in meinen ursprünglichen Blogbeitrag angesprochen aber nicht verlinkt worden. Im meinen Blog-Beitrag habe ich also nicht die Studie verlinkt – wie von Ihnen in Ihrem Kommentar unterstellt -, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass eine solche Studie existieren soll, worüber auch pressemitteilungen-online.de berichtet hat.

    Quelle beim Institut für angewandte Innovationsforschung an der Ruhr-Universität Bochum: http://www.iai-bochum.de/aktuelles/presse/322-burnout-fuehrungskraefte-leiden-vor-allem-unter-innovationsstress.html

    Quelle bei pressetext-online.de:
    http://www.pressetext.com/mobile/#/details/?id=20111012003&query=Kley&channel=0

    Zu ihren Kommentar möchte ich nur anmerken, dass auch hier ein Link auf die Studienergebnisse hilfreich wäre.
    Gibt es einen Forschungsbericht oder eine Pressemeldung zu dieser These, dann würde ich gerne dazu einen Blogbeitrag schreiben.

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