Verbraucher-Zentrale fordert Patientenquittung

Für Privat-Patienten sind die Abrechnungen des Arztes sehr transparent. Der privat Versicherte erhält eine Rechnung, aus der er im Detail die ärztlichen Leistungen entnehmen kann. Für Privat-Patienten sind die Abrechnungen des Arztes sehr transparent. Der privat Versicherte erhält eine Rechnung, aus der er im Detail die ärztlichen Leistungen entnehmen kann. Das Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung zeigt lediglich seine Krankenkassenkarte vor und der Arzt rechnet über die kassenärztliche Vereinigung das Honorar für seine Leistungen ab. Welche Leistungen dann für das Mitglied genau berechnet wird, ist also weder der Krankenkasse noch dem Patienten klar. Dieser Umstand wird schon seit langem kritisiert und könnte durch eine Patientenquittung verändert werden.

Nun fordert der Chef des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes in einem Interview mehr Transparenz für gesetzlich Versicherte: Wir benötigen eine Patientenquittung. Dann haben die Versicherten einen Überblick, was die Untersuchungen, Anwendungen und Verschreibungen, die der Arzt vorgenommen hat, kosten. Das dient nicht nur der Kontrolle, ob der Arzt alles richtig macht, sondern führt auch beim Versicherten zu einem neuen Bewusstsein. (Zitat-Ende: Quelle: Rheinische Post)

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die Patientenquittung bereits jetzt möglich ist. Es wird darauf aufmerksam gemachte, dass es bereits jetzt die Patientenquittung gibt, die aber gegenwärtig noch vom Patienten konkret anzufordern ist. Eine Patientenquittung ist im § 305 Abs. 2 SGB V geregelt:

Die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte, Einrichtungen und medizinischen Versorgungszentren haben die Versicherten auf Verlangen schriftlich in verständlicher Form, direkt im Anschluss an die Behandlung oder mindestens quartalsweise spätestens vier Wochen nach Ablauf des Quartals, in dem die Leistungen in Anspruch genommen worden sind, über die zu Lasten der Krankenkassen erbrachten Leistungen und deren vorläufige Kosten (Patientenquittung) zu unterrichten. Satz 1 gilt auch für die vertragszahnärztliche Versorgung. Der Versicherte erstattet für eine quartalsweise schriftliche Unterrichtung nach Satz 1 eine Aufwandspauschale in Höhe von 1 Euro zuzüglich Versandkosten. (Ende des Gesetzestextes zur Patientenquittung)

Von dieser Patientenquittung wird offensichtlich kaum Gebrauch gemacht, möglicherweise weil die Patientenquittung kaum ein Krankenkassenmitglied kennt, möglicherweise auch weil die Patienten sich nicht für die Details einer umfassend informativen Patientenquittung interessieren.

Deshalb kann man leicht zu der Einschätzung kommen, dass die Patientenquittung keine besonderen Auswirkungen für das Gesundheitssystem haben wird, sollte sich der Gesetzgeber dafür stark machen, dass die Patientenquittung eines Tages mal automatisch den Patienten zugestellt wird. Allerdings könnte es auch sein, dass die Patientenquittung eine psychologische Auswirkung beim ausstellenden Arzt hat, denn er muss damit rechnen, dass er von seinen Patienten auf die Inhalte einer Patientenquittung angesprochen wird.

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