Vorsicht bei ausländischem Arbeitsattest aus dem Urlaub

Wer sich im Ausland wegen eines Urlaubs beim Arbeitgeber krank meldet, der sollte beachten, dass für die Krankmeldung bzw. das ärztliche Attest hohe Ansprüche einzuhalten sind. Denn das Landesarbeitsgericht Rheinland Pfalz hat festgelegt, dass ein im Ausland ausgestelltes Attest nicht ohne weiteres ausreichend ist, um den Nachweis der Arbeitsunfähigkeit zu führen.

Auch für die ärztlichen Atteste im Ausland müssten die Ansprüche an inländische Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen eingehalten werden. Auch die ärztliche Bescheinigung aus dem Ausland müsse erkennen lassen, dass der Arzt zwischen einer bloßen Erkrankung und einer mit Arbeitsunfähigkeit verbundenen Krankheit unterschieden habe, damit die Anforderungen des deutschen Arbeits- und Sozialversicherungsrechts eingehalten werden können. Dies wurde im vorliegenden Fall verneint. So sei nicht erkennbar gewesen, wieso nach 30 Tagen Bettruhe der Kranke wieder als arbeitsfähig angesehen werden könne, ohne dass eine Kontrolluntersuchung erfolgt sei. Aus dem Urteil kann also abgeleitet werden, dass im Zweifelfall an eine ausländische Krankschreibung genauere Prüfkriterien angelegt werden können.

Generell ist gegenwärtig die Länge des Erholungsurlaubs für Arbeitnehmer im Gespräch. Der Unternehmerverband mittelständische Wirtschaft hält die gegenwärtig übliche Länge des Erholungsurlaubs von 6 Wochen für zu lang und meint, dass mit 4 oder 5 Wochen auch ausgekommen werden könnte. Wie Markus Stoffels im Beck-Blog dazu berichtete, gibt es nicht nur sehr unterschiedliche Gründe für die Forderung nach einer Verkürzung des Urlaubs, sondern auch sehr heftige Gegenwehr. Denn der Verbandsvorschlag nach kürzerem Urlaub übersehe, dass die Urlaubslänge überwiegend in Tarifverträgen vereinbart wurde, die mit einem Lohnverzicht verbunden waren.

An der Urlaubslänge wird sich so schnell nichts ändern. Überwiegend ist der Urlaub tarifvertraglich geregelt und die Tarifverträge entwickeln sich in ihren Regeln sehr langsam.

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