Wahltarife in der gesetzlichen Krankenversicherung: Bisher kaum genutzt

Seit einiger Zeit ist es auch in der gesetzlichen Krankenversicherung möglich , Wahltarife zu bekommen, um als Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse Einfluss auf den Leistungskatalog nehmen zu können. So kann man Geld sparen, wenn man auf ärztliche Leistungen verzichtet. Als Selbständiger konnte man einen Zusatztarif abschließen, um im Krankheitsfall einen Entgeltersatz zu haben. Dies ist aber durch die Neuregelung zum Krankengeld nicht mehr so relevant. Interessant war viele auch die Möglichkeit, besondere ärztliche Leistungen wie Homöopathie durch einen Zusatztarif abzusichern,  obwohl Homöopathie als Kassenleistung sehr umstritten ist.

Nun zeigt es sich nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen, dass Wahltarife in der gesetzlichen Kasse bisher kaum angenommen werden. Nicht einmal ein Prozent der Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse nutze bisher die Möglichkeiten von Wahltarifen. Bundesgesundheitsminister Rösler habe daher angekündigt, die Wahltarife der Kassen attraktiver zu machen. Wie so etwas aussehen kann, ist auf der Website der Techniker-Krankenkasse zu Wahltarifen nachzuvollziehen: Neben alternativer Medizin, gesenkten Eigenanteil beim Zahnersatz, verbesserter Krankenhausversorgung gibt es auch zusätzlichen Versicherungsschutz beim Auslandsaufhalt im Angebot für Wahltarife.

Bisher ist die Akzeptanz bei Mitgliedern der Krankenkasse in Bezug auf Wahltarife aber noch gering. Dies könnte auch daran liegen, dass Wahltarife nicht so recht in die Logik der gesetzlichen Krankenversicherung passen. Schließlich möchten die meisten für ihre prozentual entrichteten Beiträge eine Rundrum-Versorgung mit allen medizinisch notwendigen Maßnahmen haben. Krankenversicherungen wie die Techniker Krankenkasse bemühen sich aber auch sehr stark um Mitglieder, die in eine private Krankenversicherung wechseln können. Daher ist es nicht verwunderlich, dass hier auch Wahltarife als Marketing-Maßnahme verstanden werden kann. Politisch relevant ist auch die Überlegung, dass Wahltarife zu einer stärkeren Wettbewerb der Krankenkassen führen sollen. Ob dies aber im Sinne der vielen Mitglieder der Kassen ist, die nicht unbedingt Wert darauf legen, komplizierte Leistungskataloge zu vergleichen, um sich für die richtige Versicherung zu entscheiden, bleibt abzuwarten.

Gesundheit

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