Zurückhaltung beim Wechseln in die private Krankenversicherung

Der Wechsel von der gesetzlichen Krankenkasse in eine private Krankenversicherung soll im nächsten Jahr einfacher möglich werden. Gleichzeitig ist geplant, dass die gesetzlichen Krankenkassen ab dem kommenden Jahr weniger Möglichkeiten haben werden, mit Zusatztarifen besserdienende Mitglieder zu halten. Allerdings ist jetzt durch die „Continentale-Studie 2010“ deutlich geworden, dass bei vielen Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkasse starke Zurückhaltung gegenüber einem Wechsel in die private Krankenversicherung besteht, vor allem weil das Kostenrisiko als sehr hoch eingeschätzt wird.

Die Studie zeigt auf, dass die Bereitschaft in die private Krankenversicherung zu wechseln, bei etwa einen Drittel (vor allem jüngerer) Mitglieder vorhanden ist. Diese geben vorwiegend an, dass die besseren Leistungen sie motiviert, einen Wechsel anzustreben. Allerdings halten drei Viertel der Befragten die private Krankenversicherung langfristig für zu teuer und haben insbesondere Ängste davor, dass sie im Alter die hohen Beiträge nicht mehr bezahlen können. Diese Einschätzungen haben ihren Grund in den Erfahrungen der Vergangenheit, die für viele so gekennzeichnet waren, dass man zwar als junges Mitglied gute Konditionen durch die private Krankenversicherung bekam, dass man aber als zunehmend älteres Mitglied mit laufend steigenden Kosten zu rechnen hat.

Allerdings hat die private Krankenversicherung gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse ein deutlich besseres Image, wenn es um den Leistungsumfang geht. Hier punktet die private Krankenversicherung mit einer besseren Leistung, mir besserem Preis-/Leistungsverhältnis und mit besserer Transparenz. Demgegenüber schneidet die gesetzliche Krankenkasse deutlich schlechter ab.

Cash-Online geben Aussagen zur Studie wieder, die vom Continentale-Vorstandschef Rolf Bauer stammen und sich kritisch damit beschäftigt, dass viele Befragte den Vorteil einer Chefarztbehandlung für verzichtbar halten. Die Tatsache, dass die Chefarztbehandlung als überflüssig eingeschätzt werde, zeige, dass es der privaten Krankenversicherung nicht gelungen sei, die Bevölkerung hier nachhaltig aufzuklären. Denn hier liege eine der wichtigsten Leistungen der privaten Krankenversicherung.

Die Ärzte-Zeitung sieht die Ergebnissen der Studie so, dass die private Krankenversicherung zwar ein hohes Ansehen habe, was ihre Leistungsfähigkeit angehe. Aber viele zögern mit dem Wechsel, weil sie hohe Beiträge im Alter erwarten und dieses Risiko lieber nicht eingehen wollen.

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