Zusatzbeiträge zur Krankenkasse werden schnell steigen

Nach der aktuellen Planung der Bundesregierung sollen die Krankenkassenbeiträge für die Arbeitgeber langfristig stabilisiert werden. Die in der Krankenkasse Versicherten sollen Mehrkosten durch allein zu zahlenden Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung aufbringen. Nun wurde durch eine neue Studie des Instituts für Gesundheitsökonomie der Universität Köln im Auftrag des DGB bekannt, dass diese Zusatzbeiträge schnell zu einer zusätzlichen monatlichen Belastung im Umfang von etwa 100 Euro anwachsen können.

Die Untersuchung zu den Zusatzbeiträgen zur Krankenkasse geht dabei von Szenarien aus, dass es entweder zu einer moderaten oder zu einer stärker steigenden Kostenentwicklung bei den Ausgaben für Gesundheit kommen wird. Diese Einschätzung ist realistisch, denn in der Vergangenheit hat der technische Fortschritt stets zu stärker steigenden Kosten im Gesundheitswesen geführt. Hinzu kommt, dass die Veränderungen in der Altersstruktur zu einer stärkeren Nutzung des Gesundheitswesens führen. Geht  man davon aus, dass die Ausgaben im Gesundheitswesen zwei Prozent stärker als die Einnahmen steigen, dann werden die erforderlichen Zusatzbeiträge im Zeitraum von 12 Jahren auf etwa 97 Euro im Monat ansteigen, womit es faktisch zu einer kleinen Kopfpauschale bei den Krankenkassenbeiträgen komme. Liege die Ausgabensteigerung über den moderaten 2 %, denn kommt es entsprechend schneller zum Anstieg der Zusatzbeiträge, die prinzipiell nicht begrenzt sind. Allerdings gibt es eine Kappungsgrenze für Zusatzbeiträge, die bei 2 % des Jahreseinkommens liegen. Faktisch geht die Studie zu Zusatzbeiträgen davon aus, dass früher oder später jeder Krankenkassenversicherter diese 2 % vom eigenen Einkommen bereitstellen müsse.

Neben dieser Verteuerung für die Arbeitnehmer, die nicht in eine private Krankenversicherung wechseln können, komme hinzu, dass auch der Staat stets wachsende Beiträge zur Sicherung der Funktionsfähigkeit des Gesundheitswesens aufzubringen habe. Diese politischen Rahmenbedingungen können dazu führen, dass das Thema Gesundheit und Zusatzbeiträge zum Dauerthema der gesundheitspolitischen Diskussion wird. Ausweichstrategien, um persönlich den Kostensteigerungen entgegenzuwirken, sind gegenwärtig schwer vorstellbar. Auch der Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung ist oft kein Ausweg, da diese langfristig ebenfalls vom Trend der Kostensteigerung betroffen sind. Ob die Auswahl zwischen verschiedenen Krankenkassen unter Verbraucher-Gesichtspunkten in einigen Jahren noch relevant ist, bleibt aber abzuwarten. Wahltarife mit Beitragsrückerstattung, von denen gegenwärtig oft die Rede ist, sind nur für Versicherungsnehmer interessant, die davon ausgehen können, dass sie ihre Krankenkasse nicht oft beanspruchen müssen.

Gesundheit

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