Zuzahlungen für Medikamente steigen an

Seit 2006 gibt es viele Medikamente in Apotheken für Krankenkassen-Mitglieder ohne Zuzahlung. Dies bedeutet, dass in vielen Fällen eine kostengünstige Versorgung mit Medikamenten möglich ist, denn eine Zuzahlung wird nicht bei jedem Medikament fällig und damit sind Patienten von Kosten entlastet, die insbesondere bei Älteren teilweise sehr hoch ausfallen. Nun meldet aber die Bundesvereinigung der Apothekerverbände, dass neue Festbeträge für Medikamente ab dem 1. September 2010 dazu führen, dass die Krankenkassen mehr Zuzahlungen bei Medikamenten von Patienten beanspruchen können. Von einigen Kritikern wird daher bemängelt, dass die Zuzahlungen (wie auch bei den Krankenkassenbeiträgen) auf versteckte Weise die Kosten des Gesundheitssystems einseitig auf die Betroffenen verschiebt.

Damit ein Medikament von der Zuzahlung befreit ist, muss dieses im Vergleich mit anderen, gleichwertigen Medikamenten, die über den selben Wirkstoff verfügen, im Preis deutlich günstiger sein, als der vorgesehen Festbetrag für dieses Medikament.

Da die meisten Krankenversicherte in Deutschland bei Krankenkassen Mitglied sind, bedeutet die neue Regelung für Zuzahlungen bei Medikamenten, dass mehrere Millionen Kranke ab dem 1. September mehr für ihre Arzneimittel zuzahlen müssen. Die Zahl von zuzahlungsfreien Arzneimittel habe sich innerhalb eines Jahres von etwa 10.000 auf nur noch 5.000 halbiert. Die aktuelle Liste der von Zuzahlungen befreiten Medikamente kann über die Website der aponet.de abgerufen werden. Man braucht in dieser umfangreichen PDF-Datei die Suchfunktion, um zu überprüfen, ob die für einen selbst wichtigen Medikamente noch von der Zuzahlung befreit sind. Die Gründe für diesen Anstieg der Kosten durch Zuzahlungen bei Medikamenten seien in neuen Festbeträgen und geänderten Zuzahlungs-Befreiungsgrenzen zu sehen, die dazu führen sollen, dass die Krankenkassen geringere Kosten für die Medikamente aufzubringen haben.

Wenn man als Patient von der Neuregelung zu den Zuzahlungen für Medikamente betroffen ist, dann hat man die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Apotheker nach einem zuzahlungsfreien Austausch-Medikament zu recherchieren. Auch wenn dies nicht in jeden Fall möglich ist, lohnt sich doch die Recherche nach Alternativ-Medikamenten, denn die Zuzahlung hängt mit dem Medikamentenpreis zusammen und kann sehr unterschiedlich ausfallen.

Gesundheit

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