EU: Kennzeichnung von Lebensmitteln

Immer wieder Ärger hat der Verbraucher mit der Kennzeichnung von Lebensmitteln. Denn die Angaben sind sehr klein gedruckt und wegen farbiger Hintergründe auch schlecht lesbar. Und die Art der Kennzeichnung von Lebensmitteln ist sehr unterschiedlich. So kann man nicht unbedingt schnell erkennen, ob man es mit echtem Käse oder Analogkäse zu tun hat. Hohe Erwartungen an die Neuregelung der Kennzeichnung von Lebensmittel durch Absprachen der Länder der Europäischen Union gibt es schon lange. Ob die nun gefundenen Kompromisse ausreichend im Sinne des Verbraucherschutzes sind, wird aber auch kritisch gesehen.

Wie die Stiftung Warentest berichtet, werden zwar die Kalorienangaben und weitere Nährstoff-Informationen auf den Packungen der Lebensmittel angegeben, aber es bleibt dabei: Es gibt keine Ampel-Kennzeichnung, die schnell zu einer Verbraucher-Entscheidung führen könnte, die Infos werden wie bekannt auf der Rückseite im Kleingedruckten versteckt. Allerdings dürfen aus Marketing-Gesichtspunkten diese Angaben auf der Vorderseite hervorgehoben werden und hilfreich ist sicherlich, dass die Angabe auf einheitlich Messgrößen (100 Gramm oder 100 Milliliter) bezogen werden. Allerdings können diese Infos der Lebensmittelkennzeichnung noch erweitert werden um weitere Angaben (je Portion und je Tageszufuhr). Hier könnte man fast den Eindruck haben, dass durch die Fülle der Informationen die relevanten Aspekte in den Hintergrund gedrängt werden sollen.

Möglicherweise wird dann auch die Angabe „aus Fleischstücken zusammengefügt“ bzw. aus mehreren Fischstücken bestehend übersehen; wichtige Hinweise für Verbraucher, die keine Klebefleisch oder kein Fischkonstrukt kaufen wollen. Eine Vielzahl von weiteren Informationen (wie Datum des ersten Einfrierens) kommen noch hinzu. Wer als Verbraucher sich also viel Zeit beim Einkauf nimmt, der hat umfassende Recherchemöglichkeiten auf der Verpackung (und sollte auch nicht seine Lupe beim Einkauf vergessen).

Allerdings dauert es noch ein paar Jahre, bis die neue Kennzeichnungen für Lebensmittel europaweit greifen. Zunächst wird das Europaparlament die Fülle der Details (mit oder ohne Lupe) zu bewerten haben.

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