Für wen lohnt sich ein Bausparvertrag?

Gegenwärtig prägt immer noch die Finanzkrise die Geldanlage-Entscheidungen der Haushalte. Es wird auch wieder stärker der Bausparvertrag beachtet, denn dieser sorgt langfristig dafür, dass man in der eigenen Immobilie wohnen kann. Dies ist sicher eine gute Geldanlagemöglichkeit, denn die eigene Eigentumswohnung oder das eigene Haus senkt auch die Kosten für die eigene Wohnung. Außerdem ist es den Bausparkassen untersagt, in allzu spekulative Papiere einzusteigen. Allerdings ist der Bausparvertrag nicht für jeden angehenden Immobilienbesitzer die richtige Strategie, wenn er sich jetzt zum Jahresende überlegt, noch in einen Bausparvertrag einzusteigen.

Ein Bausparvertrag ist eine sehr langfristige Anlagestrategie. Zunächst hat man eine Ansparspase zu überwinden, bei der man etwa die Hälfte für den geplanten Bau oder Kauf auf das Konto bekommen muss. Dann wird nach einer Wartezeit der Rest der anvisierten Vertragssumme über einen sehr günstigen Kredit finanziert. Allerdings muss man beachten, dass die Zinszahlungen während der Ansparphase relativ niedrig sind. Ob sich insgesamt das Modell Bausparvertrag rechnet, ist also nicht einfach zu entscheiden. Sinn macht der Bausparvertrag nur für Leute, die auf jeden Fall in weiterer Zukunft eine Immobilie bauen oder kaufen wollen. Wenn sie es sich zwischenzeitlich anders überlegen, dann sind die aufgewandten Gebühren und die niedrigen Zinsen der Ansparphase eher ein Argument gegen den Bausparvertrag. Allerdings gibt es auch Bausparkassen, die in einem solchen Fall rückwirkend den Zins erhöhen.

Bausparer können aber ihr Anlagemodell durch staatliche Zuschüsse verbessern. Allerdings gibt es für die Wohnungsbauprämie Höchsteinkommen pro Jahr, die für besser verdienende Angestellte schnell überschritten sind. Außerdem kann man den Bausparvertrag mit einer Riester-Förderung kombinieren, wie hier auf dir-info.de schon mal erläutert wurde. Ein weiterer Vorteil des Bausparvertrages ist, dass man nach einer gewissen Wartezeit den Anspruch auf den Bausparkredit hat, während dies bei einem normalen Bankdarlehen schon mal scheitern kann, wie im Handelsblatt-Blog zu lesen war. Die Zinsen für einen Bausparkredit sind so niedrig, dass kaum jemand über eine vorzeitige Rückzahlung nachdenkt. Allerdings, wenn man dann dort plötzlich Geld bekommt, dann kann man sofort den gesamten Bausparkredit tilgen, ohne wie sonst bei Banken üblich eine Vorfälligkeitsentschädigung zu zahlen.

Insgesamt ist also klar, dass der Bausparvertrag insbesondere in der Phase des Bauspardarlehens eine Vielzahl von Vorteilen hat. Ob diese allerdings die Nachteile der niedrigen Verzinsung während der Ansparphase abdecken ist eine spekulative Entscheidung, die gegenwärtig schwer zu prognostizieren ist. Ein Bausparvertrag ist aber wenig geeignet für Anleger, die über längere Zeit flexibel bei ihren Anlageentscheidungen bleiben wollen.

Haus & Heim

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